Unterfamilie  Phrynosomatinae
Petrosaurus
Familie  Iguanidae

Systematik
Petrosaurus thalassinus  COPE 1863
Petrosaurus repens VAN DENBURGH 1895
Petrosaurus mearnsi   STEINEGER 1894
Petrosaurus slevini  VAN DENBURGH 1922

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Kurzbeschreibung
blauer Felsleguan
Petrosaurus thalassinus Cope 1883
Herkunft/Habitat:

- Mexico (Cape Region, Islas Espíritu Santo and Partida Sur), Baja California
Petrosaurus thalassinus ist ein reiner Felsbewohner, der felsige Gebiete und Canyons bewohnt.

Beschreibung:

KRL ca. 15-17 cm, GL 30-35 cm. Der Leguan ist sehr farbenprächtig. Kopf- und Halspartien sind kräftig blau. Der Rücken ist meist grau-blau mit 4 schwarzen Querbändern, die nach hinten hell eingefasst sind.
Die Augenregion, Kehle, Hals und Bauchseite sind meist gelb-orange. Rest der Bauchseite zur Schwanzwurzel auslaufend grau-braun. Flanken ebenfalls bläulich. Das Farbmuster kann von Tier zu Tier etwas unterschiedlich sein.

Die Beschuppung ist sehr fein. Der Körperbau ist allgemein recht abgeflacht, was der horizontalen und vertikalen Lebensweise an Felsen sehr entgegen kommt.
Weibchen sind etwas kleiner als Männchen und das Farbkleid ist nicht so sehr ausgeprägt wie das der Männchen.
Schlüpflinge haben ebenso schon die Farben adulter Tiere.
Männchen sind unmittelbar nach dem Schlupf an ihren 2 vergrößerten Postanalschuppen zu erkennen, die den Weibchen fehlen.

Mein adultes Männchen ist der 35 cm Marke entwachsen und mit knapp 37 cm recht groß. Von Tieren, besonders Männchem mit 40 cm hört und liest man aber auch öfters.
Meine beiden adulten Weibchen sind mit einer GL von 30 cm wesentlich kleiner. Schlüpflinge sind mit ca. 2-3 cm KRL und 6 cm GL echte Winzlinge.

Terrarienhaltung
Mindestterrariengröße: 
         
- Trockenterrarium (Felsterrarium) 140 x 60 x 120 cm (lxtxh)
Terrarieneinrichtung:

Trockenterrarium mit vielen Felsaufbauten, Echtstein oder strukturierte Rückwände aus verputztem Styropor ganz nach den Möglichkeiten (Statik beachten).
Das Terrarium sollte wenn möglich wenigstens 120 cm Höhe aufweisen, da die Leguane sehr viel horizontal oder vertikal an der Rückwand "kleben" und sich nur zum Aufwärmen auf Plattformen unter lokale Wärmespots begeben.

Höhlen und Spalten müssen vorhanden sein, um den Tieren Rückzugmöglichkeiten zu bieten und um kühlere Stellen aufsuchen zu können. Die Leguane verbringen die Nacht geschützt an der Wand "klebend" hinter größeren Steinen.
Als Bodengrund wird Sand/Lehm und Geröll eingebracht. Wurzeln und/oder Äste runden die Einrichtung ab.

Die Beleuchtung muss sehr hell sein: HQI Lampen, T5 LR, PAR- oder Halogenstrahler.
Die Beleuchtung im Terrarium variiert je nach Jahresrythmus. Beginnt im Frühjahr mit wenigen Beleuchtungsstunden am Tag (8 Stunden im April), steigert sich bis zur Jahresmitte auf 14 Stunden täglich und fällt zum Jahresende bis zur Winterruhe wieder.

Während der Vorbereitungen zur Winterruhe erfolgt der Fall des Beleuchtungszykluses dann recht rasant innerhalb von ca. 2 Wochen auf Null (keine Beleuchtung/Heizung).
Futter:

carnivor 
Die Leguane fressen alles, was ins Maul passt.  Auch angebotene Wespen wurden geschickt getötet und dann verschlungen.
Weitere Futterinsekten sind Heimchen,Grillen, Heuschrecken, Schaben, Mehlwürmer, Zophobas und auch junge Babymäuse. 
Meine Tiere bekommen in den Sommermonaten hauptsächlich gefangenes Wiesenplankton
(siehe Futter ). Das wird von den Tieren sehr gern angenommen.

Pflanzliches Futter wird nicht verschmäht. Besonders ab und zu angebotene geraspelte Möhren und Wild- bzw. Unkräuter. Gelbe Blüten sind sehr beliebt.   Den Anteil pflanzlicher Nahrung macht bei meinen Tieren etwa 20% aus. 
Temperaturen:

 tagsüber:  25 - 36° Cnachts: ca. 18 - 20° Clokaler Sonnenplatz:  ~ 45° C 

Im Terrarium muss immer ein Temperaturgefälle herrschen. Die Tiere müssen sich die ihnen momentan zusagende Temperatur jeder Zeit aufsuchen können. Seien es nun Höhlen oder Spalten, wo sie um die 23°C vorfinden oder lokale Wärmeplätze mit 45°C.

Luftfeuchtigkeit:

Die Luftfeuchtigkeit braucht am Tag nicht sehr hoch sein. Beträgt bei mir 30-40%. Nachts steigt die Luftfeuchte dann auf 60% an, was meiner Meinung nach ausreicht.
Mehr erhöhen kann man den Nachtwert, indem man die Terrarieneinrichtung einige Zeit nach Abschalten der Beleuchtung kurz mit Wasser übersprüht. Dabei nicht die schlafenden Tiere naß machen.
Einige Höhlen und Plätze unter Plattformen sollten immer leicht feucht gehalten werden.

Überwinterung:

Meine adulten blauen Felsenleguane werden ab Anfang November für zwei Wochen nicht mehr gefüttert. Anschließend wird schrittweise die Beleuchtung herunter gefahren. Dabei werden eine Lampe bzw. Heizquelle  nach der anderen im 3-5 Tagetakt abgeschalten. Das Terrarium nimmt nach dieser Zeit (14 Tage) Zimmertemperaturen von 20°C an.
Die Rückwand meines Terrariums ist gleichzeitig die Außenwand des Wohnhauses. Bedingt dadurch kühlt die Wand im Verlauf des Winters immer mehr ab, so dann auch die Terrariumtemperaturen. Dabei komme ich auf Werte um 16°C, wärend die Zimmertemperaturen immer noch bei 21°C-23°C liegen. Das funktioniert aber nur durch die spezielle "Einbauweise" des Terrariums.

Die Terrariumeinrichtung wird einmal die Woche überbraust. Trotzdem wird aber ein Wassergefäss bereit gestellt, das aber von meinen Tieren noch nie genutzt wurde.
Die Tiere ruhen und schlafen vornehmlich hinter großen Steinen, aber oft an der flachen Rückwand "klebend". Die Leguane verlassen kaum die Stelle, welche sie zu Beginn der Ruhephase aufgesucht haben. Selbst nicht, wenn die Temperaturen im Terrarium doch mal etwas ansteigen (20°C Zimmertemperatur).
Ich sehe die Tiere teils wochenlang nicht und bin jeden Winter aufs neu leicht besorgt, ob die Tiere überhaupt noch leben. Eine Kontrolle mit Taschenlampe hinter die Steine bzw. in die Spalten gibt mir Gewissheit, dass noch alles in Ordnung ist.
Die Dauer der Winterruhe beträgt bei mir ca. 15 Wochen. Nach Beendigung dieser wird das Terrarium in umgekehrter Reihenfolge wieder "in Gang" gesetzt.

Vergesellschaftung:
Meine Petrosaurus vergesellschafte ich schon viele Jahre mit einer Gruppe Sauromalus ater (siehe Chuckwallas).

In der Zeit konnte ich noch kein aggresives Verhalten erkennen, weder von den Felsenleguanen ausgehend noch von den Chuckwallas. Beide Gattungen beachten sich gegenseitig kaum, liegen teils gemeinsam unter lokalen Wärmeplätzen. Die blauen Felsenleguane bedienen sich oft aus dem Futternapf der Chuckwallas. Alle Exemplare halten eine gemeinsame Winterruhe in einem Terrarium.
Zucht und Aufzucht von
Petrosaurus
Eine erfolgreiche Zucht gelingt nur nach Einhaltung einer  Winterruhe.

Das adulte Männchen fängt kurz nach Einschalten von Beleuchtung und Anheben der Temperaturen mit den Paarungsaktivitäten an. Das typische Kopfnicken und Liegestütze sind dabei das markante Merkmal.
Zwischen beiden Partnern findet eine Art Kommunikation statt, denn auch das Weibchen beginnt mit dem Kopfnicken...

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Zucht
Zum Thema Probegrabungen, Inkubation und Schlupf im Terrarium habe ich eine ungewöhnliche Beobachtung gemacht, siehe  Beobachtung - Terrariuminkubation.

© 2008 Jens Hauke
TerraSauria-Team

Literatur:
Bosch/Werning: Leguane
Terrarien Bibliothek 1991

Burré, G.: Auf der Suche nach dem Blauen Felsenleguan. 2004, Iguana Rundschreiben 17 (1)
Dickhoff, A.: Petrosaurus thalassinus (COPE 1863) - der Blaue Felsenleguan. 2003, Reptilia (Münster) 8 (3)
Henkel/Schmidt: Leguane
Ulmer-Verlag 2006
Hernandez-Gallegos, Oswaldo; Casas-Andreu, Gustavo; Rodriguez-Romero, Felipe; Mendez, Fausto R.: Petrosaurus repens (Central Baja California banded Rock Lizard). Scale Variation. 2004, Herpetological Review 35 (4)
Jungnickel, J.: Notizen zur Fortpflanzung des Felsenleguans Petrosaurus repens (VAN DENBURGH, 1895). 2004, Sauria, Berlin 26 (2)
Rogner: Echsen 1
Ulmer-Verlag 1992
Kracht, M.: Erfahrungen bei der Zucht von Petrosaurus repens. 2004, Iguana Rundschreiben 17 (2)
Liner, Ernest A.: A CHECKLIST OF THE AMPHIBIANS AND REPTILES OF MEXICO. 2007, Louisiana State University Occasional Papers of the Museum of Natural Science 80
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© Mai 2010 TerraSauria-Team
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