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Tierisches Futter

Viele im Handel erhältliche Futtertiere weisen oft ein ungünstiges Ca/Ph Verhältnis auf und verfügen allgemein über wenig Nährwerte. Gekaufte Futtertiere sollten daher vor dem Verfüttern an die Echsen selber 1-2 Wochen gut mit Futter versorgt werden. Gängige im Handel erhältliche Futterinsekten sind:

Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Mehlwurmlarven, Getreideschimmelkäferlarven, Zophobaslarven, Schaben, Rosenkäfer, Drosophila, Stubenfliegen/Maden, Wachsmotten.


Kurzinfos  zur Versorgung der Futtertiere:

Heimchen/Grillen: Trockenfutter wie Hafer- und Hundeflocken, Fischfutter, Presslinge aller Art, Feuchtfutter z.B. Apfel, Karotte, und anderes Obst und Gemüse.

Heuschrecken: Trockenfutter wie Weizenkleie, Haferflocken, Hundeflocken, Presslinge.
Feuchtfutter wie Keimweizen im Winter, in den Sommermonaten Kräuter.

Mehlwurmlarven: Trockenfuttermischung aus Weizenmehl, Haferflocken, Sojamehl, Kleie. Feuchtfutter wie Karotten, Äpfel und anderes Obst und Gemüse.

Getreideschim.: Trockenfuttergemisch aus Haferflocken und Legemehl 
Feuchtfutter: Obst, Gemüse und auch tierisches Eiweiß wie Speck.

Zophobaslarven: Trockenfuttermischung aus Haferflocken, Sojamehl, Trockenhefe Feuchtfutter: Obst und Gemüse

Schaben: Trockenfuttermischung aus Hafer-und Hundeflocken, Fischfutter, Weizenkeime 
Feuchtfutter Obst, Gemüse, Kräuter

Rosenkäfer: Süßes Obst

Eine Supplementierung der Futtertiere ist trotzdem auch hier wichtig, um unsere Pfleglinge mit lebensnotwenigen Vitaminen und Mineralstoffen optimal zu versorgen.
Das Einstäuben der Insekten mit Mineralstoffpräparaten ist dabei die gängigste Methode.

Einen besonderen Stellenwert bei der Versorgung von Echsen nimmt das Wiesenplankton ein.
Einige nichtgeschütze Insekten und Spinnenarten sind da zu nennen:
Kellerasseln, Weberknecht, Brauner Steinläufer, Silberfischchen, Bunter Grashüpfer, Gemeiner Grashüpfer, Warzenbeißer, Ohrwurm, Blattläuse, Kohlweißling, Kohlschnacke, Fleisch-und Schmeißfliege, Wespe, Mücken und einige Käferarten....

Diese Futtervielfalt bietet sich von Mai bis September auf unbelasteten Wiesen, wo diese Wirbellose auch gefangen werden sollten.
Eine Supplementierung von Wiesenplankton ist in der Regel nicht nötig, da dieses Wildfutter schon alles nötige an Mineralien und Vitaminen enthält.


 
Pflanzen der Natur - Pflanzliches Futter

die richtige Wahl für herbivore Tiere
Futterpflanzen

Im Vorfeld erst mal kurz einige Angaben zum Calcium-Phosphor-Verhältnis des Pflanzenfutters allgemein.
Es sollte immer ein Verhältnis von 2:1 zu Gunsten des Calciums angestrebt werden.
Dieses wird zumindest von den meisten Wildpflanzen und Kräutern in etwa auch erreicht, weshalb ich von Frühjahr bis in den Herbst und Winter meinen pflanzenfressenden Leguanen zu 100 % diese Pflanzen anbiete.
Eine tägliche Supplementierung der Futterpflanzenmischungen sollte aber trotz des oft schon günstigen Calcium-Phosphor-Verhältnis vieler Wild- und Gartenpflanzen nicht vernachlässigt werden.

Außer Wild-, Un- und Gartenkräuter -sowie ergänzend ausschließlich Blattgemüse- kommen bei mir seit Jahren keine weiteren Futterpflanzen zum Einsatz.Es spricht natürlich nichts gegen das zusätzliche Verfüttern bestimmter Gemüsesorten. Obst allerdings kann ganz weggelassen werden oder einige Sorten nur sehr selten und äußerst sparsam angeboten werden. Wobei man immer die Kombination und Abwechslung bei den einzelnen Pflanzensorten im Auge behalten sollte.

Da der Wassergehalt der Terrariennahrung wesentlich höher ist, als in der Nahrung meiner Chuckwallas in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet - z.B. der Sonorawüste -, geben die Echsen mit ihrem Kot große Mengen Flüssigkeit ab.
Deshalb gebe ich über die Futterrationen immer sogenannte Heucobs in Pulverform, die den Fasergehalt des Futters erhöhen, indem der Flüssigkeitsgehalt in den Futterpflanzen gebunden und reduziert wird. 
Diese Problematik trifft auf Reptilien zu, die in sehr trockenen Zonen vorkommen und sich herbivor ernähren, wie zum Beispiel Chuckwallas, Wüstenleguane, Dornschwanzagamen und Landschildkröten.
Aus eben diesem Grund trockne ich zusätzlich in den Sommermonaten auch alle aufgeführten Wild- und Unkräuter und gebe sie zermahlen als faserreiche Trockenspelze.  
 
Auch wenn hier genannte Erfahrungswerte auf der über 20jährigen Haltung von Leguanen (Iguana iguana - Sauromalus ater - Petrosaurus  thalassinus - Dipsosaurus dorsalis)  basieren, gelten oben genannten Angaben zum Pflanzenfutter im Prinzip für alle sich herbivor oder auch omnivor ernährenden Echsenarten.

Unter Futterpflanzen lassen sich einige weitere Erläuterungen und speziell die Wildkräuter, -sowohl gelistet nach Jahreszeit und Monaten, als auch in alphabetischer Reihenfolge- finden, wie sie meinen pflanzenfressenden Echsen in den Sommermonaten - aber zum Teil auch Wintermonaten- angeboten werden.
Letzteres in Kombination mit dem im Winter zur Verfügung stehenden Blattgemüse aus dem Handel. Salate machen dabei im Winter mengenmäßig den höheren Prozentsatz aus als die wenigen gefundenen Wildpflanzen.

© September 2008  Jens Hauke - TerraSauria-Team

Literatur

Nährwerttabelle pflanzliche Lebensmittel:
- http://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/INFO/LM/lmgrup.htm
http://doxon.de/Iguana/Futter.htm                              
 - http://www.green-iguana.net/gruener-leguan/leguan-ernaehrung.htm


Grundsätzliche Aussagen der Tierärztin Dr. C. Dennert zur Ernährung unserer Pfleglinge:
(sehr interessant für die Halter aller pflanzenfressender Reptilien):
http://www.dght.de/ag_schildkroeten/pdf/ernaehrung.pdf
Zum Thema  Kalzium-Gabe, Überversorgung, UV & mehr:
- http://www.reptile-food.ch/oxid.php/sid/bd36b3489a069c799d95c4635d5065d9/cl/content/...


Das Buch dazu                                Kosmos-Pflanzenführer
Genial schon allleine wegen des fast Hosentaschenformates:
BLV-Pflanzenführer                                  Was blüht denn da

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