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| Biberschwanzagamen der Gattung |
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Xenagama
Boulenger
1895 |
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zurzeit in zwei Arten untergliedert, Xenagama
batillifera Vaillant 1882 und Xenagama taylori Parker 1935. Im Zuge der laufenden Überarbeitungen bei den
afrikanischen Agamen sind jedoch auch hier mittelfristig Änderungen zu
erwarten.
Die erstgenannte Art wird mit einer Gesamtlänge von ca. 15 cm etwas
größer als die kleineren X. taylori mit
ca. 10 cm GL.
Das Verbreitungsgebiet der
Gattung erstreckt sich vom Osten Äthiopiens bis zum Nordwesten Somalias. Hier
bewohnen die Tiere trockene bis wüstenähnliche, meist steinige Gebiete mit
spärlicher Vegetation. Die Temperaturen sind durchgehend sehr warm ohne große
jahreszeitliche Schwankungen, im Winter sind die Temperaturen lediglich einige
Grade geringer.
Beide Arten sind ca. seit dem
Jahr 2000 für die Terrarienhaltung bei uns verfügbar. Die anfängliche Euphorie
bezüglich der „kleinen Dornschwanzagamen“ verflog jedoch recht schnell, als
sich herausstellte, dass eine erfolgreiche Haltung über längere Zeit und
besonders die kontinuierliche Vermehrung mit einigen Problemen behaftet sind.
Die im Folgenden
beschriebenen Haltungs- und Nachzuchtbedingungen treffen im Wesentlichen auf
beide Arten zu, speziell beschäftige ich mich aber hier mit der kleineren Art X. taylori, von denen ich im Jahr 2006
Nachzuchten von einem Terrarienkollegen aus Hamburg übernommen habe, die sich
dann erfreulicherweise auch als Pärchen herausstellten. |
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Es handelt sich um kleinere,
fast rundliche Echsen mit kurzen, stämmigen Extremitäten. Namensgebend ist der
außergewöhnlich kurze stachelige Schwanz, der einem kleinen Schild ähnelt.
Dieser Schwanz macht ca. 1/4 bis 1/5 der Gesamtlänge aus. Aus dem Schild ragt
noch eine ca. 1 – 2 cm lange kleine Schwanzspitze heraus, die jedoch bei vielen
Tieren, besonders Wildfängen, fehlt. Die Spitze geht offensichtlich bei den
Raufereien der sehr territorialen Echsen regelmäßig verloren und regeneriert
nicht.
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| Ähnlich wie die Dornschwanzagamen der Gattung Uromastyx benutzen die Biberschwanzagamen diesen Schwanz, um ihre
Wohnhöhlen damit zu verschließen und gegen Feinde zu schützen.
Die Färbung der Agamen
erstreckt sich von einem sandigen Braun bis zu Ziegelrot, auch eine fast
gelbliche offensichtliche Lokalform ist bekannt. Die Bauchseiten erscheinen
weißlich bis beige. Jungtiere sind dorsal mit kleinen hellen Punkten
gezeichnet, diese verblassen jedoch mit zunehmendem Alter mehr und mehr. Die
Männchen sind in der Lage, die gesamte Kehlregion wunderschön stahlblau zu
färben, besonders bei Erregung und natürlich in der Paarungszeit.
Eine Unterscheidung der
Geschlechter ist ab einem Lebensalter von ca. 5 Monaten anhand der ockergelben
Präanalporen der Männchen möglich.
Wegen der bereits erwähnten,
stark ausgeprägten Territorialität der Tiere sollte man ihnen im Verhältnis zur
geringen Größe recht geräumige Terrarien bei der Haltung anbieten. Im Verhalten
sind X. taylori zwar eher ruhig, als
unterste Grenze würde ich allerdings eine Grundfläche von 100 x 60 cm für ein Pärchen ansehen. Die
Haltung mehrerer Männchen in einem Terrarium ist nicht möglich, empfehlen
möchte ich die paarweise Haltung, jedoch wurde auch die Haltung von 1,X Tieren
schon erfolgreich praktiziert.
Die Höhe der Behältnisse kann
50 – 60 cm betragen, obwohl die kleinen Agamen auch klettern, halten sie sich
vorwiegend zu ebener Erde auf. Immens wichtig ist eine ausreichende
Strukturierung des Beckens, die derart zu gestalten ist, dass die Tiere sich
auf jeden Fall aus dem Weg gehen können. So ist für jedes Tier ein einzelner
Sonnenplatz ohne Sichtkontakt untereinander zur Verfügung zu stellen. |
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Als Bodengrund ist ein
Sand-Lehmgemisch empfehlenswert, welches von recht harter Konsistenz sein kann,
die kleinen Agamen legen eine erstaunliche Ausdauer beim Graben ihrer Wohnhöhlen
an den Tag. Das Substrat wird in einer Höhe von 5 – 10 cm eingebracht, sollte
aber für eventuell erfolgende Eiablagen in einigen Bereichen 20 cm erreichen.
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| Aus dem Herkunftsgebiet der
Agamen ergibt sich das enorme Helligkeitsbedürfnis der Tiere, auch bei diesen
Vertretern hat der Grundsatz „zu hell geht nicht“ seine Bedeutung. Somit ist
die Grundbeleuchtung auf jeden Fall mittels HQI/HCI – Leuchtmitteln oder T5 –
Röhren sicherzustellen, für die Sonnenplätze sind normale Spot- oder auch
PAR-Strahler geeignet. Die Durchschnittstemperaturen im Becken sollten 25 – 30°
C betragen, an den Sonnenplätzen empfehle ich 55 – 60° C. Für die benötigte
UVB-Strahlung ist mittels geeigneter Leuchtmittel zu sorgen.
Die Beleuchtungsdauer beträgt
bei mir täglich 14 Stunden mit jeweiligen Dämmerungsphasen, während des Winters
senke ich lediglich die Temperaturen für zwei Monate um maximal 5 Grad ab.
An relativer Luftfeuchte
werden am Tag 30 – 40 % benötigt, nachts kann sie durch gelegentliches
abendliches Sprühen auf bis zu 80 % ansteigen. Eine kleine flache Wasserschale
kann angeboten werden, ich habe die Tiere allerdings noch nie daraus trinken
gesehen. | Biberschwanzagamen verbringen
den größten Teil des Tages indem sie auf ihren Plätzen verharren und die
Umgebung beobachten. Bei Störungen verschwinden sie sofort und blitzschnell in
ihren Wohnhöhlen. Es wird auch ständig nach Fressbarem Ausschau gehalten.
Sobald sich irgendwo ein Beutetier zeigt, wird dieses in erstaunlicher
Geschwindigkeit erjagt und gefressen.
Die Ernährung besteht hauptsächlich aus
Gliedertieren entsprechender Größe, bewährt haben sich alle Arten von Grillen,
Heuschrecken, kleinen Schaben und Käfern, Getreideschimmelkäferlarven sowie
Wachsraupen werden ebenfalls gerne genommen. Von der Verfütterung von
Mehlwürmern möchte ich abraten, sie wurden von meinen Tieren praktisch
unverdaut wieder ausgeschieden, Mehlkäfer sind dagegen zu empfehlen.
Für eine
ausreichende Supplementierung des Futters ist zu sorgen. Gelegentlich wird auch
pflanzliches Futter wie kleingeschnittene Wildkräuter, Löwenzahn und ähnliches
angenommen. Hier empfiehlt es sich, einiges auszutesten, um die Vorlieben der
Tiere herauszufinden. Oft wird Pflanzliches jedoch ignoriert. | Xenagama dürfte mit ca. einem
Jahr geschlechtsreif sein. Die Paarungsbereitschaft zeigt sich durch die
häufige Blaufärbung der Kehle des Männchens und ein ruckartiges, fast zuckendes
Anbalzen des Weibchens. Der Kopulation folgt eine recht lange Trächtigkeit.
Genaue Angaben über die Dauer liegen nicht vor, ich gehe aber von durchaus bis
zu drei Monaten aus. Problematisch ist bei den Tieren die Zurverfügungstellung
des richtigen Ablagesubstrates, Naturbeobachtungen hierzu liegen leider nicht
vor. So sollte man auf jeden Fall mehrere Arten an Substrat im Becken anbieten,
dies bezieht sich auf die Beschaffenheit, Temperatur und Feuchtigkeit.
Leider
werden trotz aller Sorgfalt hierbei die Eier oft wild im Becken verstreut, so
dass diese oft beim Auffinden schon vertrocknet sind. Die Gelegegröße besteht
normalerweise aus 6 – 10 weichschaligen Eiern, die zur Inkubation in mäßig
feuchtem Vermiculit in einen entsprechenden Brutapparat überführt werden.
Bei einer
Inkubationstemperatur von 29° C ohne Nachtabsenkung erfolgt der Schlupf der
kleinen Agamen nach ungefähr 45 Tagen. Die Aufzucht der Schlüpflinge erfolgt
unter den gleichen Bedingungen wie bei den Adulti. Da sich herausgestellt hat,
dass die Jungtiere oft auch äußerst stressempfindlich sind, möchte ich aus
Sicherheitsgründen eine Einzelaufzucht empfehlen. |
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Fazit: Xenagama taylori sind Terrarienpfleglinge, deren Haltung und
Vermehrung zwar einige Schwierigkeiten bereitet, die eine intensive
Beschäftigung eben mit diesen Eigenarten aber mit ihrem interessanten Verhalten
und ihrem putzigen Wesen belohnen.
Peter
Fritz © 2009 TerraSauria-Team
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mail |  | | BARTS, M. 2004. Erfahrungen
bei der Haltung und Vermehrung von Xenagama batillifera (VAILLANT 1832) mit
Anmerkungen zum Verhalten von Xenagama taylori (PARKER 1935). Reptilia 9 (3) | |
BÖHME, W. & KIRSCHNER, A.
2002. Über die Stachelschwanzagamen der Gattung Xenagama BOULENGER 1895, mit
Anmerkungen zur Zucht beider Arten. Herpetofauna 24 (139) | | FRITZ, P. 2009. Haltung und
F2-Nachzucht von Xenagama taylori (PARKER, 1935). Sauria 31 (2) | | MÜLLER, P.M. 2005. Haltung, Pflege und
Nachzucht von Taylors Biberschwanzagame, Xenagama taylori (PARKER 1935).
Reptilia (Münster) 10 (6) | | PARKER, H. W.1935. Two new lizards from Somaliland. Ann. Mag. Nat. Hist. (10) 16 |
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