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Taubagamen im Terrarium
von Peter Fritz
TaubagamenTaubagamen im Terrarium
von Jürgen Bednarski

Taubagame
 Beschreibung
Die australische Taubagame erreicht eine GL von etwa 13 cm. Die KRL beträgt etwa 6 cm.  Diese drolligen Echsen sind nicht wirklich taub, wie ihr Name vermuten lässt, sie besitzen nur keine sichtbare Ohröffnung.Taubagamenschwanz
Die rotbraune Färbung verleiht den Taubagamen eine gute Tarnfähigkeit auf dem Bodengrund des Ursprunghabitats.

Auf dem Rücken verlaufen vom Hals bis zum Schwanzansatz 3 parallel verlaufende weisse Streifen. Diese Streifen haben aber nicht alle Individuen und bei manchen sind sie nicht so stark ausgeprägt. Warum dies so ist, ist bisher nicht untersucht worden.

Der Schwanz ist gräulich gefärbt und nimmt mehr als die Hälfte der GL in Anspruch.

Auf dem Kopf befindet sich ein quer verlaufender grauer Fleck, welche verschiedene Ausprägungen aufweist.
Weibliche Tiere färben während ihrer Trächtigkeit ihren Hinterkopf grau. Dies könnte man als Zeichen für die Männchen, dass die Weibchen bereits befruchtet sind, werten.
Mein Männchen hat zumindest in diesem Jahr bisher von den Weibchen abgelassen, wenn diese die graue Färbung aufwiesen.
Terrarienhaltung

Trotz ihrer geringen Größe sollten Taubagamen in großen und geräumigen Terrarien untergebracht werden. In kleineren Terrarien zeigen die Tiere nicht ihr komplettes Verhaltensspektrum. Gerade das Territorialverhalten ist erst in größeren Terrarien richtig ausgeprägt.
Eine Größe von 120x60x60 ist sehr gut geeignet, um diese Tiere zu halten. Kleinere Terrarien von z.B. 80x40x40 sind zwar auch ausreichend, allerdings nicht optimal.

Taubagamen sprinten und klettern sehr viel. Daher kommen ihnen große Terrarien zugute. Besonders zu erwähnen ist das Kletterverhalten der Tiere. Wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, nutzen sie nahezu die komplette Terrarienhöhe aus. Sie sind dann nur noch sehr selten auf dem Boden anzutreffen. 
Oft sitzen sie dann auf Vorsprüngen oder sind an die Wand gekrallt. Sie sind auch in der Lage so schnell an den Wänden zu laufen um flüchtende Futtertiere zu erwischen.

Das Terrarium sollte allgemein eine gute Strukturierung aufweisen. Insbesondere eine gestaltete Rückwand sollte vorhanden sein. 
Steine müssen gegen Verrutschen gesichert werden und sollten auf der Bodenplatte aufliegen. Kleine Sträucher oder Tillandsien komplettieren die Einrichtung. In diesen übernachten die Tiere auch desöfteren in den unmöglichsten Positionen.

Der Bodengrund sollte grabfähig sein. Ein Sand/Lehmgemsich hat sich hierfür bewährt, da dieses zusätzlich eine schöne feste Lauffläche bietet. Man sollte für diese kleinen Echsen ein Gemisch verwenden, welches nicht zu hart wird. Am besten vorher kleine Mengen anmischen und ausprobieren. Ich persönlich verwende 15 Teile Sand auf 1 Teil Baulehm.
Die Substrathöhe sollte wenigstens an einigen Stellen 12-20 cm betragen, um den Weibchen eine Eiablagestelle zu bieten.

Sonnenplatz Terrarium

Beleuchtung
Die Grundbeleuchtung kann aus T5-Röhren oder auch HCI-Strahlern bestehen. Die UV-Versorgung sollte durch eine Osram Vitalux oder auch eine Lucky  Reptile Bright Sun gewährleistet werden. Die Bright Sun hat den Vorteil, dass sie auch als lokaler Wärmeplatz genutzt werden kann und besonders helle Akzente setzt. Die Vitalux hingegen ist altbewährt und günstig.
Mögliche Setups für 120x60x60 cm
2x39 Watt T5 BioVital
1x40 Watt Spot
1x70 Watt Bright Sun 
2x39 Watt T5 BioVital
1x40 Watt Spot
1x70 Watt HCI

     Osram Vitalux zur externen Bestrahlung.

Es ist wichtig eine hohe Lichtintensität und Qualität zur Verfügung zu stellen. Die Tiere werden es einem mit hoher Aktivität danken. 

Mein Terrarium hat mittlerweile  Maße von  150 x 70 x 60. Die aktiven Echsen nutzen diese Größe vollkommen aus und wirken keinesfalls verloren. Beleuchtet wird es mit:

2x70 Watt HCI 942
1x70 Watt Bright Sun Desert
1x70 Watt Phillip CDM-R 942 (Spot)
1x50 Watt Spot


Ernährung und Flüssigkeitsversorgung

Taubagamen benötigen verhältnismäßig viel Flüssigkeit. Daher empfiehlt es sich eine Wasserschale anzubieten. Tägliches Besprühen einiger Einrichtungsgegenstände ist ebenfalls ratsam. Die Tiere suhlen sich oft im nassen Sand oder schlecken die Einrichtungsgegenstände ab.

Grünfutter wird oft komplett verschmäht. Nur eins meiner Tiere frisst alles, was grün ist.

Daher sollte auf das Angebot der Futterinsekten viel Wert gelegt und variiert werden. Taubagamen fressen eigentlich alles was überwältigt werden kann. Also Heimchen, Steppengrillen, Kurzflügelgrillen, Schokoschaben, Heuschrecken, Mehlwürmer, Buffalos etc.

Aber Vorsicht, auch was nicht ins Maul passt, wird gerne genommen. Die Tiere quälen sich dann ewig damit rum. Es ist also ratsam auf die passende Größe der Futtertiere zu achten.

Zucht und Aufzucht  

Die Nachzucht ist eigentlich sehr einfach, wenn einige Dinge beachtet werden.

Die Männchen sind wirklich sehr aufdringlich und können den Weibchen gerade zu Anfang sehr zusetzen. Zerbissene Nacken können die Folge sein. Wenn mehr als nur die oberste Hautschicht betroffen ist, sollte das Männchen definitiv einzeln gesetzt werden für einige Zeit.
 
Die Männchen zeigen durch heftiges Nicken ihre Paarungsbereitschaft. Die Männchen verbeissen sich im Nacken der Weibchen. Bei Paarungsbereitschaft der Weibchen erfolgt die agamentypische Paarung.

Die Tragezeit der Weibchen liegt bei ca 6 Wochen und nach meinen Beobachtungen färben die Weibchen 14 Tage vor der Eiablage ihren Hinterkopf dunkelgrau.

Ca. 1 Woche vor der Eiablage beginnen die Weibchen das Terrarium förmlich zu durchlöchern. Taubagamen graben wirklich sehr tief, daher sollten tatsächlich 20 cm Bodengrund vorhanden sein.  Zumindest in der Nähe der Spots, da dies die bevorzugten Bereiche im Terrarium sind, wo gegraben wird.

Nach der Ablage der Eier wird das Loch sorgfältig verschlossen.


Eier
Bisher konnte ich 3 mal beobachten, dass ein Weibchen nach erfolgter Eiablage ein weiteres Loch grub und dies nicht verschloss. Das Loch wurde exakt in die entgegengesetzte Richtung vom gleichen Ausgangspunkt aus gegraben.  Weitere Eier wurden nicht abgelegt. 

Die Eier haben ca. TicTac-Größe und werden bei leicht feuchtem Vermiculit und etwa 29° inkubiert.  Die Eier wachsen in dieser Zeit wirklich sehr stark an und sollen sehr Tropfwasser-empfindlich sein.
Nach ca 45-50 Tagen erfolgt dann der Schlupf der etwa 4-5 cm großen Tiere (Gesamtlänge).

Die Aufzucht der Taubagamen ist relativ einfach. Wichtig ist, dass ausreichend kleines Futter vorhanden ist, da die Jungtiere doch sehr klein sind. Fruchtfliegen, Micro-Heimchen und Springschwänze sind gut geeignet.

Das Aufzuchtbecken sollte die gleichen Anforderungen erfüllen wie das Terrarium für die adulten Tiere, nur eben etwas kleiner sein.
Ich habe ein Terrarium der Größe 60x30x30 verwendet, beleuchtet mit 24 Watt T5 Biovital und einem 40 Watt Spot. Mit der Vitalux wurden die Tiere alle 2 Tage 30 Minuten von außen bestrahlt.

Die ersten 2 Tage wurde Zewa als Bodengrund verwendet, bis die Bauchdecke vollkommen geschlossen war. Zwar war direkt nach Schlupf kein Dotter mehr zu sehen, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen. Am 3. Tag wurde das Zewa durch Sand ersetzt und ein paar kleine Steine wurden im Terrarium platziert.

Wie meine adulten Tiere auch haben die Jungtiere viel getrunken. Daher habe ich in einem Heimchendeckel etwas Wasser mit etwa 1mm Höhe angeboten. Ich konnte die Tiere oft dabei beobachten wie sie in dieser "Pfütze" mehrere Minuten verharrten.
Die Tiere nehmen schnell an Größe und Gewicht zu und haben bis auf ein Tier auch alle überlebt.

Danke an Peter Fritz für seine ausführlichen Informationen und beim Einstieg in die Haltung dieser drolligen Tiere
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© 2009 Sebastian Buschulte
mit großem Dank TerraSauria-Team

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