Die Pflege
der tagaktiven Agamen im Terrarium ist in Gruppen möglich, wobei jedoch zu
beachten ist, dass auch in größeren Becken jeweils nur ein Männchen vorhanden
sein darf. Die Territorialität der Tiere würde unweigerlich dazu führen, dass
unterlegene Männchen über kurz oder lang stressbedingt eingehen.
Da die Tiere
sich meist nicht offen bekämpfen und verletzen ist es leider meist zu spät,
wenn die fortschreitende Unterdrückung vom Pfleger bemerkt wird. Weibchen
können mehrere zusammengehalten werden.
Bei der
Größe des Behälters sollte auf jeden Fall die Aktivität der Tiere
berücksichtigt werden, zur Pflege einer Gruppe von 1,2 bis 1,3 Tieren würde ich
als Mindestmaß 100 x 50 x 60 (LxBxH) ansehen. Die Tiere klettern gern, was
ebenfalls bei der Beckeneinrichtung und Rückwandgestaltung zu berücksichtigen
ist. Als Bodengrund sollte ein grabfähiges Sand-Lehm-Gemisch angeboten werden.
Wie bei
allen heliophilen Tieren ist besonderes Augenmerk auf eine hochwertige
Beleuchtung zu legen. Um die notwendige Helligkeit zu erreichen, haben sich
HQI-Lampen und T5-Röhren bewährt, Wärmeplätze werden mit den gängigen
Spotstrahlern geschaffen. Es sind Grundtemperaturen von 25° bis 30° C zu
gewährleisten, an den Sonnenplätzen sollten 45° – 50° C Grad herrschen. Auf
jeden Fall müssen im Terrarium kühlere Rückzugsmöglichkeiten von 22° - 24° C
angeboten werden.
Die
relative Luftfeuchte sollte idealer Weise am Tag zwischen 30 und 40 % betragen,
durch abendliches Sprühen ist diese nachts zu erhöhen, die Temperaturen können
hier auf normale Zimmerwerte zurück gehen.
Da
Taubagamen ein recht hohes Flüssigkeitsbedürfnis haben, ist ein flaches
Trinkschälchen im Becken einzubringen. Die Tiere liegen auch gern im flachen
Wasser, daher könnte man vermuten, dass unter Umständen auch Flüssigkeit über
die Haut aufgenommen wird, wie es zum Beispiel von Echsen der Gattung Cordylus
bekannt ist.
Als reine
Ansitzjäger fressen die Tiere alles an angepasst großen Insekten, was sie
bewältigen können. Gelegentlich wird auch pflanzliche Nahrung angenommen. Auf
eine ausreichende Supplementierung des Futters ist besonders bei trächtigen
Weibchen zu achten, in diesem Zusammenhang ist auch die notwendige Versorgung
mit UV-B Strahlung zu erwähnen.
Für das
Wohlbefinden der Tiere, aber auch für eine erfolgreiche Vermehrung, ist eine 6
– 8 wöchige Winterruhe einzuhalten. Hierfür ist es m. E. ausreichend, die
Beleuchtungsdauer entsprechend zu verkürzen, von über das Jahr 14 Stunden auf
ca. 8 Stunden, sowie die Temperaturen um ca. 5° C abzusenken. Nahrung wird in
dieser Zeit nicht benötigt, die Trinkschale mit frischem Wasser ist im Becken
zu belassen.
Bald nach
Beendigung dieser Ruhephase werden die Männchen mit der Balz beginnen. Die
häufigen Kopulationen erfolgen nach eifriger Verfolgung der Weibchen in
echsentypischer Manier (Nackenbiss) und dauern meist nur wenige Sekunden.
Die
Trächtigkeitszeit ist mit ca. 6 Wochen für solch kleine Echsen recht lang, ja
in letzter Zeit wurden auch noch längere Graviditätszeiten beobachtet.
Spätestens
jetzt ist im Terrarium ein mindestens 20 cm tiefer, leicht feucht gehaltener,
Ablageplatz zur Verfügung zustellen. Nach ausgiebigen Probegrabungen legen die
Weibchen hier normalerweise 6 – 10 weichschalige Eier ab, die eine Größe von
ca. 6 x 10 mm haben. Die Weibchen sind zur Samenspeicherung (Amphigonia
retardata) fähig. Das Gelege wird vorsichtig geborgen und in leicht feuchtes
Vermiculit gebettet in einen geeigneten Inkubator überführt.
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