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 Ergänzungen zu Pogona STORR 1982Ergänzungen zu
 P. vitticepsP. henrylawsoni

Pogona vitticeps

Pogona gehören zu den beliebtesten im Terrarium gehaltenen Echsen, insbesondere Pogona vitticeps AHL 1926, -aber auch in stark zunehmendem Maße Pogona henrylawsoni Wells & Wellington 1985,- lassen sich in der Terrarienhaltung finden, insoweit wird hier speziell auf diese beiden Arten eingegangen.

Bartagamen unterliegen keinem Schutzstatus und damit nicht der Meldepflicht, allerdings gibt es ein striktes Ausfuhrverbot aus Australien. Sie werden jedoch in Deutschland (über)reichlich nachgezogen.

database
In der in Australien endemische Gattung Pogona sind derzeit folgende Arten anerkannt:
-        Pogona barbarta  (Cuvier 1829) New South Wales, Queensland, Southaustralia, Viktoria
-      Pogona henrylawsoni  Wells & Wellington 1985 Queensland
-      Pogona microlepidota  (Glauert 1952) Westaustralia
-      Pogona minima  (Loveridge 1933) Westaustralia, Houtman's Abrolhos Island
-      Pogona minor  (Sternfeld 1919)          North Territory, South- & Westaustralia
-      Pogona nullarbor  (Badham 1976) South- & Westaustralia
-     Pogona vitticeps  (Ahl 1926) New South Wales, North Territory, Queensland, Southaustralia, Victoria

Beschreibung

"Pogon" (griech.) bedeutet "Bart" und weist auf das typische Merkmal der Gattung -die dunkelfarbigen Kehlschuppen- hin. Bei Agression oder Furcht blähen Pogona barbarta (CURVIER 1829), P. nullarbor (BADHAM 1976) und P. vitticeps (AHL 1926) ihren 'Bart' und die Nackenschuppen auf, um imposanter zu wirken und potentielle Feinde einzuschüchtern. Bartagamen bilden Reviere aus und zeigen entsprechendes Territorialverhalten.
Als Ansitzjäger lauern sie auf Beute, dabei sitzen sie auf erhöhten Plätzen, um ihr Revier stets im Blick zu haben, dominanten Individuen gehört dabei der höchste Platz.

Pogona haben einen kräftigen Körper, der Kopf ist breit und in der Form dreieckig. Der Schwanz macht minimal mehr als die Hälfte der Gesamtlänge aus.
P. henrylawsoni Wells & Wellington 1985 ist (neben P. minima (LOVERIDGE 1933)) mit etwa 30 cm (GL) die kleinste, P. barbarta (CURVIER 1829) mit (selten über) 70 cm (GL) die größte Art.
Auf (in vielen Variationen und Farbschattierungen) brauner bis grauer Grundfärbung lässt sich auf dem Rücken eine mehr oder minder ausgeprägte 'Rauten'-Zeichnung finden, während die Bauchseite uni weißlich bis cremefarben ist.

Unsere Pfleglinge leben bevorzugt in Habitaten mit sehr wenig bis lockerem Baumbewuchs. Sie sind ursprünglich in den Steppen- und Savannengebieten Australiens beheimatet, lediglich im äußerstem Südosten sowie Norden Australiens sind keine Vertreter der Gattung zu finden.

Demzufolge ist für P. vitticeps (AHL 1926) und P. henrylawsoni Wells & Wellington 1985 ein Trockenterrarium mit Wurzeln, Ästen, kleinen Büsche, Gräsern, Rindenstücken, Steinen und Felsaufbauten in einer gut strukturierten Rückwand -mit Podesten und Vorsprüngen- einzurichten.

Pogona vitticeps P. henrylawsoni Pogona vitticeps
Terrarienhaltung


Pogona vitticeps
Streifenköpfige Bartagame
Pogona henrylawsoni
Lawsons Zwergbartagame
Größe (Gesamtlänge) bis 55 cm bis 30 cm
Berechnung der Terrariengröße gemäß Mindestanforderungen zur Haltung von Echsen:
5 x 4 x 3  der Kopf/Rumpflänge  (KRL)
(für 1 Tier, Paar oder 2 Weibchen)
Empfohlene Terrariengröße  160 x 80 x 80 140 x 60 x 80
Lebensraum /
Habitat
New South Wales, North Territory,  Queensland, South Australia, Victoria nordwestliches & zentrales Queensland  (Australia)

Ernährung

Pogona sind omnivor (allesfressend) und verspeisen tatsächlich alles (inklusive kleiner Wirbeltiere wie z. B. auch deutlich kleinerer Art- und/oder Gattungsgenossen), was sie überwältigen können. 
Der Futterplan sollte so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden, um keine einseitigen Vorlieben für bestimmtes Futter auszuprägen bzw. keine Nahrungsspezialisten zu erziehen. 

Wildkräuter Närhwert Futter

Ebenso empfiehlt sich Jungtieren von Anfang an Grünfutter zu reichen, damit sie sich daran gewöhnen und es nicht zu Gunsten des Lebendfutters verschmähen. 
Pflanzliche Kost sollte zeitlich möglichst vor (bzw. -zunehmend- alternativ zu) tierischer Nahrung angeboten werden.
Ab etwa der 10. Lebenswoche führt man einen Fastentag ein. Das Nahrungsspektrum adulter Bartagamen sollte mindestens zur Häfte, besser zu Dreivierteln aus Grünfutter bestehen.

Bei der pflanzlichen Nahrung sind Wildkräuter und Blattgemüse / geeignete Salatarten zu bevorzugen, Obst gehört nicht regelmäßig auf den Speiseplan und ist in ausgewählten Sorten allerhöchstens als seltenes 'Leckerli' anbietbar.
Vom Frühjahr bis in den Herbst ist der Gabentisch unserer heimischen Natur so reichlich gedeckt, dass man lediglich rund um die Winterruhe auf den Kauf von Salaten im Handel  zurückgreifen muss. Darüber hinaus lassen sich einige Kräuter -auch in den Wintermonaten- auf der Fensterbank ziehen. 
Fast ganzjährig findet man wilden Ackersalat, Ackersenf, Brunnenkresse, Gänseblümchen und Gänsefingerkraut, Giersch, Hirtentäschelkraut, Huflattich, Kletten- und Wiesenlabkraut, Löwenzahn, Rote Taubnessel und Vogelmiere, wilde Walderdbeere und Wiesenstorchschnabel.

Von uns im Terrarium gereichtes Grünfutter ist feuchter als das im Ursprungsbiotop, so dass sich die zusätzliche Gabe von sogenannten Heucobs oder untergemischten getrockneten Wildkräutern anbietet. In den Sommermonaten werden Wildkräuter gesammelt, klein geschnitten und getrocknet, um im Winter 'selbstgemachte Heucobs' anbieten zu können.
In der Natur nehmen die Tiere Wasser über Morgentau und Nahrung auf. In einer Schale angebotenes Wasser ist täglich zu erneuern und die Schale zu reinigen.

Wichtig ist bei der Nahrungsgabe auf einen Kalziumüberschuß zu achten, (günstiges CA:PH Verhältnis  1,5:1), da es sonst zu Stoffwechselstörungen und Mangelerkrankungen kommen kann. 

"Einige Beispiele zu Wild-und Gartenkräutern sowie auch Blattgemüse mit günstigem Calcium-Phosphor-Verhältnis, das wären:  Kopfsalat, Radicchio, Spinat (äußerst selten anbieten !), Mangold, Petersilie, Löwenzahn, Brennessel, Fenchel und Portulak." (Jens Hauke, siehe Wildkräuter)

Supplementierung

Die regelmäßige Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln -wie beispielsweise Herpetal, Korvimin oder ViSpuMin- zur Vorbeugung eines Mangels an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien trägt zur Gesunderhaltung bei. Es empfiehlt sich jedes Futtertier, aber auch häufig das Grünfutter zu bestäuben.

Darüber hinaus sollten –insbesondere bei Jungtieren und trächtige Weibchen- jederzeit Taubengrit, Sepia-Schulp, geriebene Eierschale … oder Ähnliches für die weitere Versorgung mit Kalzium zur freien Verfügung stehen.

UVB & UVA

Pogona sind tagaktiv. Zur Vorbeugung rachitischer Erkrankungen und Produktion des körperpereigenen Vitamin D3 ist eine UV B-Bestrahlung (Strahlungsanteil des Sonnenlichtes 280-320 nm) dienlich. Insbesondere bei schnell wachsenden Jungtieren und trächtigen Weibchen kann ansonsten eine Demineralisierung der Knochen auftreten.
Bewährt hat sich mehrmals wöchentlich eine kurzzeitige Bestrahlung mit der Osram Ultra-Vitalux (300 W) oder der baugleichen Radium Sanolux.
Mittlerweile bietet der Markt auch einige UV-Mischlichtstrahler wie die Bright Sun (50, 70 oder 150 Watt), Powersun (160 W), T-Rex UV Heat (100 oder 160 W)... und ähnliche, die im Ganztagsbetrieb eingesetzt werden können.

Licht und Wärme

Im Terrarium müssen kühlere, schattige Bereiche (22-25° C), aber für die heliophilen Pogona auch Sonnenplätze (48-54°C) angelegt werden. Die Beleuchtungsdauer sollte im Sommer bei 12-14 Stunden liegen.
Wie alle Reptilien sind Agamen wechselwarm, d. h. über die Umgebungstemperatur wird ihre Körperwärme reguliert.
So zeigen Bartagamen am frühen Morgen eine Dunkelfärbung. Sie schieben ihre Rippen nach außen und vorne, so dass sich ihr Körper abflacht, um sowohl die Wärme der Sonne als auch die Strahlungswärme des Bodens (ebenso gegen Abend die Restwärme von Steinen) besser aufnehmen zu können.  Bei entsprechender Hitze sind sie hell gefärbt und suchen Halbschatten und/oder weniger reflektierende Bodengründe auf.

Überwinterung

Betrachtet man die Klimadaten der ursprünglichen Heimat, so stellt man fest, dass es eine Winterperiode mit recht tiefen Temperaturen gibt.  Klima

Da der Stoffwechsel im futterreichen Sommer auf Hochtouren arbeitet, bedingt sich die Durchführung einer mehrwöchigen Winterruhe zur Regeneration, damit unsere Schützlinge nicht erkranken, bzw. sich nicht gar ihre Lebenserwartung drastisch reduziert.
Während dieser saisonalen Ruhephase reduzieren sich alle Stoffwechselprozesse, die Atemfrequenz und der Blutkreislauf werden verlangsamt, Nervenfunktion und Hormonhaushalt vermindert.
Nahrung wird in dieser Zeit nicht benötigt, da kaum Energien verbraucht werden. Gesunde Jungtiere ruhen ebenfalls, um Gesundheitsschädigungen durch ernährungsbedingte Überversorgung und damit verbunden zu schnelles Wachsen zu vermeiden.

Obwohl in ihrer ursprünglichen Heimat Juni/Juli/August die Wintermonate sind, unterliegen unsere Pfleglingen auch Außeneinwirkungen wie Tageslänge, Luftdruck usw... Insoweit ändern in Terrarien gepflegte Spezies häufig im Spätherbst selbstständig ihr Verhalten -wie z. B. reduzierte Nahrungsaufnahme-, man kann sie also problemlos im europäischen Jahreszeitenzyklus überwintern.
Nach und nach wird die Beleuchtungsdauer verkürzt und die einzelnen Wärmespots weggeschaltet, so dass nach etwa 3 Wochen lediglich die Grundbeleuchtung 2-4 Stunden täglich an ist.
Zur Beendigung der Ruhephase ist umgekehrt -wie oben geschildert- zu verfahren und in etwa 2 Wochen die Beleuchtung wieder hochzufahren.

Um sicher zu stellen, dass nur gesunde Tiere überwintert werden, empfiehlt sich eine parasitäre Kotprobenuntersuchung vor der beabsichtigten Einleitung der Winterruhe.



Körperhaltung & Verhalten

Die australischen Agamen nehmen ihre Umgebung vorrangig über Augen und ihren Sehsinn wahr. Ihr Ursprungshabitat besteht aus überwiegend freiem Gelände, so machen sie ihre Prädatoren, Fressfeinde und Beutetiere von ihrem erhöhtem Platz aus schon auf weite Entfernung anhand entsprechender Bewegungen und Aktivitäten aus.
Da wundert es nicht, dass soziale Interaktion ebenfalls auf optischen Signalen und Gesten, Körperhaltung und Färbung basiert. 

So gibt es nicht nur schon erwähnten Farbwechsel zur Thermoregulation, sondern beispielsweise auch die (unterschiedlich ausgeprägte) kurzzeitige Dunkelfärbung des Bartes und der Schwanzspitze bei drohender Gefahr oder Unwohlsein.
Während bei großer Hitze zum Ausgleich der Körpertemperatur mitunter mit vorgestreckter Zunge 'gehechelt' wird, ist das Aufreißen des Maules eine Imponier- und Drohgebärde.
Steht ihnen ein vermeintlich überlegener Angreifer gegenüber, verharren sie häufig bewegungslos erstarrt, so sie nicht auf die Rückseite ihres Ansitzes oder in eine Spalte flüchten (leider häufig in der Terrarienhaltung: können). Augen schließen ist kein Zeichen von Wohlbefinden, sondern ein Schutzmechanismus, den man 'vermenschlicht' mit "seh ich dich nicht, siehst du mich nicht' übersetzen könnte.

Pogona leben in der Natur solitär (einzeln lebend) und bilden Reviere aus. Die Haltung zweier Männchen in einem Terrarium würde zu Unterdrückung durch das dominante Männchen führen. Permanent gestresste und unterlegene Tiere verweigern die Nahrungsaufnahme und kränkeln.
Auch bei Weibchen kann es –je nach individuellem Temperament- untereinander zu gravierenden Streitigkeiten kommen.

Pogona stemmen sich bei Kommentkämpfen auf und umkreisen die (meist artgleichen, gleichgeschlechtlichen) Rivalen mit schräg gestelltem Körper, um möglichst groß zu wirken.
Ebenso kann damit plötzliches, ruckartiges nach vorne Schnellen einher gehen. Mitunter verbeißen sie sich in die Stachelschuppen oder Schwanz bzw. Schwanzwurzel. 
Um ihre Unterwerfung zu zeigen pressen unterlegene Tiere ihren Körper an den Boden und rudern demütig mit den 'Vorderarmen'.

-wird fortgesetzt-
Die Pflege unserer Schützlinge geht einher mit einer großen Komplexität zu beachtender Haltungsparameter. So gilt es hier genannte Eckdaten und einiges mehr zu beachten, dennoch gibt es bei der Haltung von Lebewesen keine starren Werte, mitunter auch andere Wege einer gut funktionierenden Haltung.  Diese wollen wir euch nicht vorenthalten:
 
Die ganz besondere Art Bartagamen zu halten
 von Angelika Hollerbaum
© 2009 Gabriele Lehmann - TerraSauria-Team



Literatur & Infos:

FRITZ, PETER: Haltung der Streifenköpfigen Bartagame Pogona vitticeps. – Rheinbach 2005, Iguana Rundschreiben, 18 (2)

HAUSCHILD, ANDREE: Die Bartagame (Pogona vitticeps). Münster 2004

HAUSCHILD, A. & BOSCH, H.: Bartagamen und Kragenechsen. Münster 2003

KÖHLER, G./GRIEßHAMMER, K./SCHUSTER, N.: Bartagamen - Biologie, Pflege, Zucht, Erkrankungen. Offenbach 2003

MANTHEY, ULRICH: Agamen der Welt. Frankfurt/Main 2007 

MANTHEY, U. & SCHUSTER, N.: Agamen. Münster 1992, Terrarien Bibliothek

MÜLLER, PETER MARIA: Die Bartagame - Pflege und Zucht. Keltern-Weiler 2002

MÜLLER, PETER MARIA: Bartagamen - die Gattung Pogona (Storr,1982). Münster 2005, Draco 6 (22) 

SCHMIDA, GUNTHER: Betrachtungen zu ostaustralischen Bartagamen. Münster 2005, Draco 5 (22),

WILMS, T. & GRIESHAMMER, K.: Grundlagen der Haltung von Pogona vitticeps, Münster 2005, Draco 6 (22)

DIECKMANN, MARTIN: Die ZwergbartagameMünster 2007

FREYNIK, CHRISTIAN: Die Zwergbartagame. – Meckenheim 2007

RUF, DIETER: Erfahrungen bei der Pflege und Vermehrung von Lawsons Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni WELSS & WELLINGTON 1985). Münster 2005, Draco 6 (22),

dght.de:
Grundlageninformationen  - FAQ Bartagamen
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Grundsätzliches zur Gattung Pogona STORR 1982
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