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| Laudakia melanura BLYTH 1854 |
| Laudakia melanura melanura BLYTH 1854 |
| Laudakia melanura lirata (BLANFORD 1874) |
| Laudakia melanura nasiri BAIG 1999 |
Die schwarze Pakistanagame wird als WF in vielen Läden
angeboten. Die Haltung an sich ist im Prinzip nicht so problematisch, wenn man
wie bei allen anderen Reptilien alle benötigten Haltungsansprüche beachtet.
Nur
echte brauchbare Informationsquellen über Haltung, Nachzucht und Winterruhe
gibt es leider nicht. Da ist man auf sich, eigene Beobachtungen und Recherche angewiesen.
Oder sollte versuchen Gleichgesinnte zu finden, die auch diese Agamen pflegen,
was ebenfalls nicht leicht ist.
Laudakia melanura gehört zu den
Wirtelschwanzagamen, deren Verbreitungsgebiet Südosteuropa und Asien ist.
Neben der Nominatform gibt es zwei Unterarten (Laudakia melanura
lirata und L. m. nasiri).
Es sind Tiere felsiger Trockengebiete von Pakistan und den Grenzgebieten zum
Iran und Afghanistan, sowie NW Indien (Punjab).
Die Agamen sind leicht faltig, was dazu dient, dass sie sich
aufblähen und sich so in Spalten verkeilen können. Die Tiere sind sehr gute
Kletterer und Springer. An der Felsrückwand saßen und hingen sie
sehr oft in den unmöglichsten Stellungen, z.B. kopfunter.
Mit Sicherheit werden
viele Pakistanagamen einfach gekauft und überleben dann oft nicht
lange. Aber NICHT nur, weil die richtigen Haltungsansprüche
für das
Tier nicht eingehalten werden (solches natürlich auch), sondern
weil die
Erstversorgung von WF nicht eingehalten wird.
Da es sich beim Kauf mit großer Sicherheit um einen WF
handelt, ist die Gefahr, dass die Tiere von Endo- und/oder Ektoparasiten
befallen sind, sehr groß. Also Kotprobe untersuchen lassen und keinen Kontakt
mit anderen Tieren um den Bestand nicht zu gefährden.
Die Legenotproblematik der importierten WF-Weibchen ist
ebenfalls oft ein Sterbegrund.
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Ich habe selber eine Gruppe von 1,2 Laudakia
melanura (schwarze Pakistanagame, Schwarzagame) einige
Jahre gepflegt. An deutschsprachiger Literatur gibt’s über die Art nichts. In
englischer Sprache sind einige Sachen zu finden, doch kaum etwas über die Haltung
im Terrarium.
Meine Weibchen waren jedenfalls genau so schwarz/grau
gefärbt wie das Männchen, nur waren sie kleiner und nicht so kräftig gebaut. Ebenfalls
war das Männchen an den Bauch- und Präanalschuppen zu erkennen.
Die Weibchen
vieler Agamenarten besitzen meist ein schlichtes Farbkleid von gelblich,
hellbraun, auch die Größe des Tieres kann also etwas Aufschluss geben.
Obwohl
meine Agamen WF waren, legten sie eine erstaunliche
Zutraulichkeit an den Tag, was das Füttern mit der Pinzette und sogar
Anfassen der Tiere ermöglichte. Ich vermute, das kommt daher, dass in
dem
riesigen Felsgebieten in Pakistan und Afghanistan kaum Menschen
anzutreffen
sind und sie daher keine Scheu vor ihnen haben.
Gefüttert habe ich in der Hauptsache tierische Kost wie Heuschrecken, Schaben,
Zophobas, Heimchen und Wiesenplankton. Aber es wird auch gern Pflanzliches wie
Kräuter und zerschnittenes Obst/Gemüse angenommen. Besonders rotes Gemüse und
Obst wurde gern genommen (Erdbeeren, Paprika).
Aus den doch sehr, sehr spärlichen Angaben, z.B. im Buch
"Agamen" von Manthey/Schuster (und nicht mal speziell zu Laudakia
melanura) und Angaben im Net, kann man an Hand
von gefundenen Verbreitungsgebiet und zurate ziehen von Klimatabellen,
schon
mal wichtige Informationen in Bezug auf benötigtes Klima im Terrarium
beziehen.
Die Terrarienhaltung sollte ähnlich wie bei Agama agama
ausfallen, also trocken
und heiß mit einer stärkeren Nachtabsenkung.
Meine 3er Gruppe hielt ich in einen Felsterrarium von 120x80x120 cm. Die Rück- und
Seitenwände waren aus Styropor felsig geformt.
Diese Felsimitation wurde fast
ausschließlich bewohnt, selten dass die Tiere mal am Boden saßen. Dennoch war
mein Terrarium weiter mit Wurzeln und Natursteinen ausgestattet. Der Bodengrund
war Spielsand.
Die Terrarientemperaturen betrugen am Tag zwischen 28°C und
35°C. lokal unter Strahlern bis 50°C. Nachts sollte die Temperatur wenn möglich
auf 16-18°C fallen. Das war bei mir nicht machbar. Die Temperatur betrug nachts
um die 20°C. Es schien den Tieren jedoch nichts auszumachen.
Das Terrarium übersprühte ich jeden Abend vor Abschalten der
Beleuchtung, was die Luftfeuchtigkeit auf 70% ansteigen ließ. Am Tag betrug die
Luftfeuchte so um die 40%.
Da ich keine Informationen zur eventuellen Winterruhe fand, musste
ich von mir aus handeln. Ich orientierte mich an Klimadiagrammen, die besagten,
dass es im dortigen Verbreitungsgebiet von Dezember bis März schweinekalt ist. Im
Januar am kältesten (Durchschnitt 11°C/Multan).
Im ersten Winter drosselte ich also von Dezember an für 6 Wochen das
Terrarium
komplett ab und stellte die Fütterung ein.
Im 2. Winter drosselte
ich ab Dezember für 6 Wochen die Beleuchtungsdauer auf 6
Stunden täglich runter und die Temperatur betrug dann so um die
21°C. Aber
diesmal war noch ein 25 Watt-Spot in Betrieb, unter dem sich die Tiere
notfalls
aufwärmen konnten. Gefüttert und gesprüht wurde nur 2
mal die Woche sehr knapp.
Bei der ersten Ruhephase duckten sich die Tiere ohne Zwischenfälle
für die
ganzen 6 Wochen ab. Bei der 2. Überwinterung suchten die Tiere oft
die Spots
zum Aufwärmen auf.
Ob diese beiden Ruhephasen nun ihre Richtigkeit hatten, und andere es genau so
handhaben, kann ich nicht sagen. Anhand der Klimadiagramme erschien mir aber
eine Überwinterung logisch.
Jedenfalls paarten sich die Tiere im zeitigen Frühjahr und es wurden
auch in den Jahren 2 mal Eier abgelegt. Die Eier wurden in den Inkubator
überführt und bei konstant 30°C inkubiert. Es gelang mir jedoch beide Male nicht
Jungtiere zum Schlupf zu bringen.
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