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Grundsätzliches zu
 "Gattung Pogona STORR 1982"

Ergänzende Anmerkungen zur Haltung von

Ergänzungen zu
P. vitticeps

Pogona henrylawsoni

Wells & Wellington 1985

Beschreibung

Bei dieser kleinsten Bartagamenart sind die namengebende Kopfbestachelung und der Bart nur schwach ausgeprägt, sie wirkt mit ihren kurzen und kräftigen Gliedmaßen kompakter und gedrungener als ihre Gattungsgenossen.

Pogona henrylawsoni WELLS & WELLINGTON 1985 sind die kurzschwänzigsten Bartagamen. Zwergbartagamen werden 25 - 30 cm lang, wobei die Kopfrumpflänge etwa 13 cm betragen und bis zu 17 cm auf die Schwanzlänge entfallen können.  
Der rundliche Kopf (im Gegensatz zu dem typischen 'Dreieck' der P. vitticeps AHL 1926) weist im Umkreis des Tympanums häufig einen orangenen Flecken auf, die Ohröffnung ist oval. 
Die Kehle ist hellgrau mit unregelmäßig verlaufenden braunen Streifen. Die Grundfärbung variert von hellgrau, über etliche Beigtöne bis zu Orangebraun. Bei manchen Individuen fehlt die braun-graue Rückenzeichnung oder ist nur schach ausgeprägt. Die Mundschleimhäute sind hellorange. 


Zwergbartagame Zergbartagamen NZ

Obwohl die ersten Individuen bereits 1982 in Europa und damit auch Deutschland auftauchten, wurde erst 1985 die (zwischendurch auch als P. rankinii bzw. P. brevis beschriebene) Bartagamenart als Pogona henrylawsoni WELLS & WELLINGTON 1985 anerkannt.

Bei guter Pflege können 'Lawsons Bartagamen'  älter als 12 Jahre werden. Während sie in der Natur erst nach der 2. Winterruhe geschlechtsreif werden, sind sie im Terrarium meist mit gut einem Jahr forpflanzungsfähig und bilden ihre sekundären Geschlechtsmerkmale aus. Die Geschlechtsbestimmung juveniler Tiere ist nicht sicher möglich.

Die "Minicooper" unter den Bartagamen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie aufgrund ihrer Größe relativ wenig Platzbedarf haben, zudem einfach zu halten und nachzuziehen sind.

Pogona henrylawsoni sind im westlichen Australien beheimatet, sie bewohnen das nordwestliche und zentrale Queensland (Holotypus Richmond). 
Die ursprüngliche Heimat der Zwergbartagamen wirkt recht eintönig mit ihrem Gräser- und Buschbewuchs, den nur spärlich vorhandenen höheren Sträuchern und Felsen, mitunter vorhandenen Zaunpfählen und vereinzelten Bäumen.
Die tagaktiven Zwergbartagamen bewohnen überwiegend steppenähnliche Gebiete, diese Übergangszone zur Halbwüste zeichnet sich jedoch mit relativ hohen Niederschlägen im Sommer aus. 
Im natürlichem Habitat lassen sich Schwarzerdeböden finden, in deren während der Trockenphase entstandenen Risse und Furchen die kleinen Bartagamen leben, wobei die Populationsdichte relativ gering ist.  

Angaben zum Klima, Wetter, Tageslänge & Co findet man unter  Klimadaten

Terrarienhaltung

Terrarieneinrichtung

Demzufolge ist ein Trockenterrarium mit Wurzeln, Ästen, kleinen Büsche, Gräsern, Rindenstücken und Steinen, Felsaufbauten einzurichten, ganz nach Geschmack und Möglichkeiten.
Offene und halboffene Verstecke sind anzulegen, insbesondere bei der Haltung von mehreren Tieren muss ein Sichtschutz sicher gestellt sein.

Als Bodengrund sollte ein Spielsand-/Lehmgemisch genommen werden, der unter zu mischende Anteil des Lehmpulvers ist je nach Hersteller unterschiedlich und muss möglichst vorher probeweise ausgetestet werden. Die Substrathöhe sollte 10-25 cm betragen.

Zwergbartagamen sind recht lebhaft und etwas bewegungsfreudiger als ihre größeren Gattungsgenossen. Im Gegensatz zu Jungtieren klettern adulte Tiere allerdings nicht mehr ganz so eifrig, dennoch wird eine gut strukturierte Rückwand aus verputztem Styropor oder Styrodur mit Felsaufbauten und Vorsprüngen und Liegeflächen im Terrarium integriert, um die Bewegunsfläche zu erweitern und 'Hochsitze' zu ermöglichen. Die Größe des Terrariums sollte keinesfalls unter 120x60x80 cm betragen.  

Luftfeuchte

Obwohl die ursprüngliche Heimat der Zwergbartagamen relativ trocken ist, wird das Terrarium mehrmals in der Woche mit lauwarmen Wasser leicht übersprüht, so dass die nächtliche Luftfeuchte auf 60-80% ansteigt. Um die etwa zweimonatige Regenphase im Habitat zu simulieren, wird im Juni/Juli kräftiger überbraust.

Überwinterung

Ruhephasen in Form einer Winterruhe von 8-16 Wochen bei 12-18° C sind für die Gesunderhaltung unserer Schützlinge wichtig. 
Wird diese nicht durchgeführt, arbeitet der Stoffwechsel durchgängig auf Hochtouren, so dass es zu Erkrankungen (z.B. Leberverfettung,...) kommen und sich die Lebenszeit drastisch verkürzen kann.

Nach und nach wird die Beleuchtungsdauer verkürzt und die einzelnen Wärmespots weggeschaltet, so dass innerhalb von etwa 3 Wochen lediglich die Grundbeleuchtung 3-4 Stunden täglich an ist.
Hält man die Zwergbartagamen nicht in einem adäquaten Raum, können sie in Plastikboxen mit zu einem Drittel gefülltem Sand-/Erdegemisch (bei Temperaturen von min. 12°C) in den Kühlschrank überführt werden. Der Deckel wird mit Löchern versehen, so dass ein Luftaustausch gewährleistet ist.
Zur Beendigung der Ruhephase ist umgekehrt zu verfahren und in etwa 2 Wochen die Beleuchtung wieder hochzufahren.

Um sicher zu stellen, dass nur gesunde Tiere überwintert werden, empfiehlt sich eine parasitäre Kotprobenuntersuchung vor der beabsichtigten Einleitung der Winterruhe.

Beleuchtung: Wärme und Licht

Pogona henrylawsoni sind heliophil (sonnenliebend), d. h. sie bedürfen eines sehr hellen Terrariums, wobei zu berücksichtigen gilt, dass ein Echsenauge Licht anders wahrnimmt als das menschliche, was uns hell erscheint ist für unsere Schützlinge mitunter eine Dunkelkammer.

 Beleuchtungsbeispiel für ein Terrarium mit 160x65 cm Grundfläche:
2 T5-Röhren (16mm Durchmesser) a 54 Watt (Länge ca. 118 cm) inklusive Reflektor
2 Halogen-Metaldampfstrahler, z.B:
1 Bright Sun Desert - 70 Watt mit EVG (UV B)
1 HQI/HCI (Osram), CDM/MHN (Philips), HSI (Sylvania) oder HRI (Radium) 70 Watt mit EVG
sowie 1-3 Halogenspots mit unterschiedlicher Wattzahl je nach Terrarienhöhe und -standort, vorhandener Umgebungstemperatur und Jahreszeit, Sonnenplätze anhand der Anzahl der vorhandenen Tiere.

Während der Sommermonate sollte die tägliche Beleuchtungsdauer bei 14 Stunden liegen, während im (Spät)Herbst und Frühling 9 Stunden ausreichen. 

 Temperaturen
Lufttemperatur tagsüber: 28-32° C nachts 18-24° C
Lokal Sonnenplätze 48-54° C feuchte, kühlere Zone 22-25° C

© 2009 Gabriele Lehmann - TerraSauria-Team
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Die Pflege unserer Schützlinge geht einher mit einer großen Komplexität zu beachtender Haltungsparameter. So gilt es hier genannte Eckdaten und einiges mehr zu beachten, dennoch gibt es bei der Haltung von Lebewesen keine starren Werte, mitunter auch andere Wege einer gut funktionierenden Haltung.  Diese wollen wir euch nicht vorenthalten:
 
Die ganz besondere Art Bartagamen zu halten
 von Angelika Hollerbaum
Literatur

DIECKMANN, M.: Die Zwergbartagame Pogona henrylawsoni. – (NTV)  Münster 2007

FREYNIK, CHRISTIAN: Die Zwergbartagame. – Vivaria, 2007

KÖHLER, G., GRIEßHAMMER, K. & SCHUSTER, N.: Bartagamen. Biologie, Pflege, Zucht, Erkrankungen. - Herpeton, 2003

MÜLLER, PETER MARIA: Bartagamen - die Gattung Pogona (STORR, 1982). Draco 5 (22): Münster 2005

RUF, D. 2005. Erfahrungen bei der Pflege und Vermehrung von Lawsons Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni WELSS & WELLINGTON 1985). Draco 5 (22), Münster 2005

SCHMIDA, G. 2005. Betrachtungen zu ostaustralischen Bartagamen. Draco 5 (22), Münster 2005

dght.de:
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