| Agamen
gehören zu den beliebtesten in Terrarien gepflegten Echsen, dennoch
lässt sich feststellen, dass relativ wenig Arten längerfristig in
Deutschland gehalten und vermehrt werden. Besonders die wunderschönen
afrikanischen Agamen fristen in der Terraristik noch ein Schattendasein.
Getreu
dem Motto „billige, schöne bunte Echsen“ bietet der Handel häufig
Wildfänge afrikanischer Agamen als Siedler-, Steppen- oder Wüstenagamen
für sehr wenig Geld an. Für viele ein leider selten über ein ½
Jahr hinaus gehender Einstieg in die Terraristik, da keine oder falsche
Haltungsparameter übermittelt werden und die Tiere in einem
gesundheitlich schlechtem Zustand sind (Parasiten, Dehydrierung, Stress
und Krankheitsausbruch durch Transportmarathon…). Häufig wird die
Art nicht korrekt bestimmt, geschweige denn ein Fundort benannt; das
Verbreitungsgebiet einiger Gattungen ist aber so immens groß, dass es
unterschiedliche Biotope, Höhenlagen und entsprechende Klimabedingungen
aufweist. Die Sammelgattung Agama DAUDIN 1802 wird beispielsweise
häufig lediglich pauschal als Siedleragame angeboten, Agama armata, A.
atra und A. aculeata gleichermaßen als afrikanische Fels-, Stachel-
oder schlichtweg ebenfalls nur Siedleragame angeboten. Oft erhält man
jedoch auch unterschiedliche Arten als dieselbe. Oder in Umkehrung
werden aus Unkenntnis gleiche Arten unter unterschiedlichen
wissenschaftlichen Bezeichnungen verkauft. Ebenso ist bei den häufig
ebenfalls günstig im Handel zu findenden Acanthocercus atricollis
anhand derzeit noch ungenügenden Bestimmungsschlüsseln eine
Unterartbestimmung kaum möglich.
Es sollte von daher dringend
vermieden werden, Tiere unsicherer und damit unter Umständen
unterschiedlicher Herkunft miteinander zu vergesellschaften bzw. zu
verpaaren. Die Gefahr unerwünschter Unterartbastarde wäre so
ausgeschlossen.
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| Besonders eindrucksvoll sind Farbenvielfalt und Farbwechselvermögen der afrikanischen Vertreter dieser Echsenfamilie.
So
sind sie morgens recht dunkel, um die Strahlungswärme der Sonne
aufzunehmen, dazu vergrößern sie die Oberfläche ihres Körpers, indem
sie diesen zum besseren Absorbieren der Sonnenstrahlen abflachen. Haben
sie ihre Vorzugstemperatur erreicht, hellen sie sich auf. Die größte
Mittagshitze verbringen sie meist an einem (halb)schattigen Platz, am
Nachmittag weisen sie dann die größte Farbintensivität und Farbenpracht
auf.
Während die Weibchen vieler Arten während der Trächtigkeit
recht kontrastreich gezeichnet sind , ist ihre Normalfärbung eher
unauffällig grau/braun. Dahingegen sind afrikanische
Agamenmännchen häufig bunt gefärbt, besonders schön anzusehen sind
beispielsweise die ‚Balzkleider’ der Siedler- oder Blaukehlagamen. Die
besondere, intensive Färbung dient den Agamen als Erkennungsmerkmal
untereinander, dies vermutlich eventuell inklusive der Vermeidung der
Bastardisierung verschiedener (Unter)Arten. Diese These gälte es
allerdings noch wissenschaftlich zu belegen.
| Agamen
sind in allen ökologischen Nischen von Steppen, Savannen und Wüsten,
über Felslandschaften bis hin zu Regen- und Gebirgswäldern zu finden.
Während Busch- und Baumbewohner meist einen lateral (seitlich)
abgeflachten Körperbau haben, sind Bodenbewohner dorsal (am Rücken)
abgeflacht.
Wie alle Agamen sitzen auch deren ausschließlich
tagaktive afrikanische Vertreter gerne auf exponierten Plätzen, von
denen sie einen Überblick über ihr Revier haben, somit eindringende
Rivalen, Prädatoren und Futtertiere sofort bemerken können. Dabei
gebührt dem ranghöchsten Männchen auch der höchste Platz.
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| Systematische
Einordnung & Gattungen Die
Systematik der bisher wenig erforschten afrikanischen Agamen wird
momentan überarbeitet, neben noch nicht lange möglicher Bestimmung
anhand genetischen Materials wird die Kategorisierung des
Verwandtschaftsverhältnisses untereinander neu sortiert und uns
erwarten zukünftig umfangreichere Revisionen zu Gattungen, Arten und
Unterarten. Folgende Gattungen sind nach momentanem Kenntnisstand (08/09) in Afrika zu finden:
| Acanthocercus Fitzinger 1843
Neben den arabischen Arten Acanthocercus
adramitanus
ANDERSON
1896 und Acanthocercus yemenensis KLAUSEWITZ 1954 stammen aus dem Osten Afrikas (von
Äthiopien bis in den Norden Südafrikas):
Acanthocercus
annectens
BLANFORD
1870,
Acanthocercus
atricollis
SMITH
1849,
Acanthocercus
cyanogaster
RÜPPELL
1835,
Acanthocercus guentherpetersi
LARGEN & SPAWLS 2006,
Acanthocercus
phillipsii
BOULENGER
1895
und
Acanthocercus zonurus BOULENGER 1895.
Blaukehlagamen
leben ursprünglich in trockenen Baumsavannen und lichten Wäldern
verschiedener Höhenlagen. Acanthocercus atricollis
sind überwiegend busch- und
baumbewohnend.
Seltener sind sie auf Felsen und Steinhaufen zu finden, bevorzugen
dabei den Aufenthalt auf Stämmen und Ästen von Akazien und
Brachystegia. Diese gelten als 'Nektarspender' und sind somit
Tummelplatz für Bienen, so dass sich die Vorliebe und Geschicklichkeit
von Acanthocercus für den Fang von Wespen und Fliegen im Terrarium
erklären
könnte.
Entsprechend
ist ein hohes Terrarium (nicht unter 120 cm Höhe) mit vielen
Klettermöglichkeiten und verzweigten Ästen für diese mit gut 36 cm
Gesamtlänge relativ kleinen Baumagamen einzurichten.
Neben dem klassischen Sonnenplatz
gilt es also auch halboffene, etwas schattigere Verstecke -insbesondere im
oberen Bereich (unter anderem als Schlafstelle)- anzubieten.
Eine eingebrachte (nicht giftige) Pflanze erfüllt nicht nur
dekorative Zwecke, sondern dient ebenso dem Sichtschutz und kann das Klima im Gehege
(Regulation Luftfeuchte) verbessern. Ebenfalls ist sie mitunter als zusätzliche
Nahrungsquelle willkommen. Acanthocercus ernähren sich omnivor, wobei der insectivore Nahrungsanteil überwiegt.
Blaukehlagamen sind sehr aktiv und neugierig, ist Futter in Sicht, kann –einmal
im Terrarium eingewöhnt- auch schon mal die Scheu vor dem Menschen vergessen
werden.
In Anpassung an die Umgebungstemperatur variieren sie zur
Thermoregulation in ihren Farben. Bei den Männchen können alle Variationen
zwischen beige-gelb und grün-blau bewundert werden. Das
imposanteste, variationsreichste Farbenkleid ist jedoch während der
Paarungszeit, sowie bei Droh- und Imponiergebärden zu beobachten.
Bei Gefahr fliehen Acanthocercus zunächst auf die andere Seite des
Baumstammes. Sollten sie eventuellen Prädatoren nicht ausweichen können, drohen sie das
kräftige Orange
ihrer Mundschleimhäute zeigend mit aufgerissenem
Maul.
A. atricollis hat einige Unterarten, deren exakte Bestimmung und
systematische
Einordnung äußerst schwierig ist. Die Gattung Acanthocercus (inklusive
ihrer
Arten und Unterarten) bedarf dringend einer systematischen Revision.
Wie oben schon ausführlicher erwähnt, ist -besonders zur Vermeidung der
Mischung verschiedener Unterarten- dringend Vorsicht beim Kauf aus
unsicheren Quellen anzuraten.
| Agama DAUDIN 1802
Vertreter der ‚Sammelgattung’ Agama sind so
gut wie überall südlich der Sahara zu finden. Es kristallisieren sich gemäß dem
auf afrikanische Agamen spezialisiertem Herpetologen Philipp Wagner 3
Hauptkomplexe heraus, welche geographisch auf das westlich-zentrale, das
südliche und das östliche Afrika einteilbar sind.
|
„Eine internationale Gruppe mit Forschern
aus Deutschland, der Schweiz und den USA arbeiten sowohl morphologisch wie
auch genetisch daran Licht in die komplizierten Verhältnisse um Agama zu
bringen.“
(Zitat
Philipp Wagner: Neues von afrikanischen
Agamen, Rheinbach 08, Iguana-Rundschreiben
21/Nr.1)
|
Um einige der mitunter in Terrarien
gehaltenen Arten zu nennen:
-
Agama
aculeata
MERREM
1820
(Stachelagame, Bodenbewohner Angola bis RSA, Stein- &
Buschsavannen)
- Agama
agama LINNAEUS 1758
(Siedleragamen, in diese Gattung wurden früher auch
zeitweise andere afrikanischen Agamen
–z.B. A. lionotus oder auch A. doriae- eingeordnet, nach wie vor
verramscht der Handel einiges mehr
unter dieser Bezeichnung)
- Agama armata PETERS 1855
(Bodenagame mit selbstgegrabenen Wohnhöhlen in sandigen
Gebieten, RSA/Botswana bis Sambia
/
Mosambik,)
- Agama atra DAUDIN 1802
(Felsagame, steinige Halbwüsten aller Höhenlagen, auch
Bäume, RSA….)
- Agama doriae BOULENGER 1885
(Nigeria- oder ebenfalls Siedleragame, )
- Agama lionotus BOULENGER 1896
(ostafrikanische Siedleragame…) Unterscheidung Unterarten Rautenform
Kehlfleck…..
Siedleragamen bewohnen Büsche und
Bäume, aber auch felsiges Gelände in den trockenen bis halbtrockenen Steppen,
Trockenwäldern und Savannen Zentralafrikas. Als Kulturfolger sind sie auch auf
Mauern und Hauswänden zu finden.
Siedleragamen ernähren sich vorwiegend
insectivor, wobei –passend zu eigener Farbenpracht- an pflanzlicher Ernährung
farbige Blüten gerne genommen werden.
Selbst aus einem Fang und Gebiet
können Individuen mit in den Differenzierungen unterschiedlichen Ansprüchen
(Höhenlagen, entsprechend Luftfeuchte, Temperatur …) zu finden sein.
Für diese sehr scheuen, aber ebenso sehr aktiven Agamen sind geräumige
Terrarien (nicht unter 180x60x90 cm) mit vielen Versteckmöglichkeiten,
gesicherten Felsformationen und Steinaufbauten von Nöten.
Gut strukturierte
Seiten- und Rückwände, Wurzeln, Äste usw. … vervollständigen die
Terrarieneinrichtung. Einrichtungsgegenstände sind gut zu sichern, da die Tiere
auch gerne mal über größere Distanzen springen.
Aufgrund der übergroßen
Nervosität der meisten Tiere ist es zwingend erforderlich das Terrarium an
einem ruhigen Ort zu platzieren. Für die Weibchen sind verschieden gestaltete
Eiablagemöglichkeiten anzubieten, damit sie ihre Eier ablegen können und nicht
an Legenot verenden.
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Calotes LINNAEUS 1758
Der Vollständigkeit halber kann bei den afrikanischen Agamen die
Gattung Calotes nicht übergangen werden. Von diesen eigentlich
asiatischen Gattungsvertretern sind Vorkommen der Art Calotes versicolor DAUDIN 1802, auf den zu Afrika gehörenden Inseln Mauritius, Reunion und Rodriguez beschrieben. Laut VAN DER KOOIJ (2001)
wurden die Tiere inzwischen auch von Menschen in den Oman eingeschleppt
und haben sich dort etabliert. Das Gesamtverbreitungsgebiet von Calotes
Der deutsche Trivialname Blutsaugeragame ist irreführend, die Tiere
ernähren sich von meist kleinen Wirbellosen. Diese wunderschön
gefärbten, bis zu 40 cm GL groß werdenden Agamen besiedeln meist
Waldränder, aber auch offene Graslandschaften. Als Kulturfolger sind
sie im Verbreitungsgebiet auch in Städten, Parks und Vorgärten in
großer Zahl anzutreffen, selbst Verkehrsinseln werden besiedelt.
Trotz der aus der Natur offensichtlichen großen Anpassungsfähigkeit ans
Habitat sind die Tiere im Terrarium als äußerst heikel zu bezeichnen,
die Haltung gelingt meist nur für kurze Zeit, erfolgreiche Nachzuchten
sind äußerst selten und wohl eher zufällig. Benötigt werden wegen der
Aktivität der Echsen auf jeden Fall große, gut strukturierte Becken und
eine hochwertige Beleuchtung. Relativ hohe Luftfeuchte (60 – 70 %) mit
gleichzeitig ausreichender Frischluftversorgung sind in jedem Fall
sicherzustellen. Wenig erfahrenen Terrarianern kann vom Erwerb der oft
leider sehr preiswerten Wildfangtiere jedoch nur abgeraten werden.
erstreckt sich vom südöstlichen Iran bis nach Indonesien und Südchina.
| Laudakia GRAY 1845 Bei Betrachtung afrikanischer Agamen darf auch die Gattung Laudakia Gray 1845
nicht übergangen werden, eine Gattung mit zahlreichen Arten und
Unterarten und einem riesigen Verbreitungsgebiet von Asien / Himalaya
über Europa bis nach Nordafrika. Vertreten wird die Gattung im nördlichen Ägypten durch Laudakia stellio vulgaris (Latreille 1801). Die Art Laudakia stellio wird bei uns als Hardun oder Schleuderschwanzagame bezeichnet. Mögliche Vorkommen der Nominatform L. s. stellio (Linnaeus 1758) im afrikanischen Teil Ägyptens sind wohl auf Einschleppung durch den Menschen zurückzuführen.
In diesem Zusammenhang sei noch zu erwähnen, dass
auch die Blaukehlagame Acanthocercus
atricollis (Smith
1849) kurzzeitig bei Laudakia
eingeordnet war (Manthey
& Schuster 1999). Zurückzuführen war dies auf die Arbeiten Peters´ über die Agamen Afrikas, welche jedoch nicht wieder
aufgegriffen wurden, so dass sich diese systematische Einordnung wohl zu Recht
nicht durchgesetzt hat. | Phrynocephalus KAUP 1825
Die
sehr umfangreiche Gattung der Krötenkopfagamen Phrynocephalus (z. Zt.
gut 40 Arten) ist auf dem afrikanischen Kontinent durch Phrynocephalus guttatus (Gmelin, 1789)
vertreten. Hierbei handelt es sich mit wahrscheinlich nur 5 cm
Gesamtlänge (!) um den kleinsten Vertreter der Gattung, 6 Unterarten
sind derzeit anerkannt. Vorkommen von P. guttatus sind aus Äthiopien und Eritrea beschrieben.
Krötenkopfagamen
werden zwar hin und wieder importiert, über Haltung und Vermehrung ist
jedoch wenig bekannt, bei einigen Vertretern aus dem vorderasiatischen
Raum gibt es sogar Vermutungen, dass diese sich als einzige Agamen
eilebendgebärend (ovovivipar) reproduzieren. Eine Haltung der Tiere
kann nur in trotz der im Allgemeinen geringen Körpergröße ausreichend
großen Behältern erfolgreich sein, das hohe Licht- und Wärmebedürfnis
ist auf jeden Fall zu beachten. Phrynocephalus ernähren sich von
allen möglichen kleinen Wirbellosen, bei vielen Arten machen Ameisen
einen großen Teil der carnivoren Ernährung aus. Pflanzen werden zu
einem mehr oder minder großen Anteil gefressen.
|
Pseudotrapelus HEYDEN 1827
Eine
weitere interessante Gattung haben wir mit Pseudotrapelus, in der zwar
nur eine Art mit zwei Unterarten beschrieben ist (P. sinaitus sinaitus (HEYDEN 1827) und P.
s. werneri MORAVEC 2002, die sich jedoch durch ein riesiges Verbreitungsgebiet
hervortut. Dieses erstreckt sich vom Südosten Libyens über Israel,
Jordanien und die Arabische Halbinsel bis zum Oman und dem östlichen
Sudan.
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| Die
meist in trockenen Felsgebieten lebenden Echsen erreichen normalerweise
eine Gesamtlänge von 20 bis 25 cm, selten bis 30 cm, wovon der Schwanz
ungefähr das 1,5 fache der Körperrumpflänge ausmacht. Die besonders bei
Erregung stahlblauen Tiere werden zwar regelmäßig nach Europa
exportiert, leider liegen aber noch wenige Erkenntnisse über eine
erfolgreiche, längere Haltung oder gar Nachzucht vor.
Die
relativ empfindlichen, oft dehydrierten und parasitär hochgradig
belasteten Wildfänge sind entsprechend ihrer Herkunft trocken und
heiß bei stärkerer Nachabsenkung zu halten. Pseudotrapelus
ernähren sich omnivor, nehmen gerne Blattgemüse
an. | Trapelus CUVIER 1817
Neben hier nicht genannten
arabischen Trapelus-Arten , in Nord- bis Zentralafrika (Ägypten, Algerien,
Marokko, Mauretanien, Tunesien, Tschad)
vorkommend:
Trapelus
flavimaculatus
RÜPPELL
1835,
Trapelus
mutabilis
MERREM 1820,
Trapelus pallidus REUSS 1834,
Trapelus savignii DUMÉRIL
& BIBRON 1837,
Trapelus schmitzi
WAGNER
& BÖHME 2006
und
Trapelus tournevillei LATASTE 1880
Die afrikanischen ‚Wüstenagamen’
sind überwiegend Bodenbewohner aus Steppen mit Busch- und Grasvegetation,
felsdurchsetzten Halbwüsten & Wüsten im nördlichem Afrika.
Entsprechend bedarf es trockener Terrarien (nicht unter 120 cm Länge) mit recht
hohen Temperaturen und stärkerer Nachtabsenkung. Einzubringen sind Steine,
Wurzeln und Äste als Versteckorte, sowie ein grabfähiges Bodensubstrat.
Eingeführt werden recht regelmäßig T. mutabilis, T. savignii und T. pallidus. Erst
einmal eingewöhnt, sind Trapelus possierliche und
aktive Terrarienbewohner, wobei grad bei diesen etwas kleineren
Vertretern der Echsenfamilie die oben bereits angeschnittene
Problematik der parasitären Belastung und Dehydrierung nicht
unterschätzt werden sollte.
Während Männchen mit ihren
blauen Kehlen und Flanken optisch bestechen, ist das Farbenspiel der Weibchen
recht dezent, doch auch sie verzeichnen wunderschöne Muster und während der Trächtigkeit auffällig orangefarbene
Flanken.
| Xenagama
BOULENGER 1895
Schon
wegen ihres Aussehens nehmen unter den afrikanischen Agamen die Vertreter der
Gattung Xenagama Boulenger 1895 eine besondere Stellung ein.
Ursächlich für die Trivialbezeichnung Biberschwanzagame ist ihr außergewöhnlich
geformter kurzer Schwanz, der einem stacheligen, kleinen Schild ähnelt und ca.
1/4 bis 1/5 der Gesamtkörperlänge ausmacht. Ähnlich wie bei Uromastyx wird dieser Schwanz zum
Verschließen der Wohnhöhlen benutzt, quasi als stachliger Schutz gegen
Eindringlinge. |
| Das
Verbreitungsgebiet von Xenagama
erstreckt sich über den Nordwesten Somalias und den Osten Äthiopiens. Sie leben
dort in kargen, felsigen Landschaften mit spärlicher Vegetation. Das Klima ist
hier ganzjährig sehr warm und trocken, im Winter erfolgt lediglich eine Abkühlung
um wenige Grad.
Die
Gattung gliedert sich momentan in zwei Arten. Xenagama batillifera Vaillant 1882 erreicht
eine Gesamtlänge von ca. 15 cm, der kleinere Vertreter Xenagama taylori PARKER
1935 bringt es auf gut 10 cm.
Beide
Arten sind ungefähr seit dem Jahr 2000 für die Terrarienhaltung verfügbar. Für
die dauerhafte, erfolgreiche Haltung und Vermehrung ist noch einiges an
terraristischer Pionierarbeit zu leisten. Es ist auf jeden Fall zu hoffen, dass
diese hochinteressanten Pfleglinge nicht wieder vollständig aus unseren Becken
verschwinden.
| Uromastyx MERREM 1820
Dornschwanzagamen sind in felsigen,
halbwüstenähnlichen Regionen im Norden Afrikas (sowie in Arabien, bis hin zu
Pakistan und Indien)
beheimatet.
Alle Uromastyx-Arten unterliegen der Anlage II des WA und sind somit
meldepflichtig.
Zum Uromastyx-acanthinura-Komplex
gehören die Arten
-
Uromastyx
acanthinura BELL
1825 vom Nordrand
der Sahara, (2 Unterarten)
-
Uromastyx dispar HEYDEN 1827 vom etwas wärmerer Südrand
der Sahara,
-
Uromastyx geyri MÜLLER 1922 (in gelber oder roter
Farbvariation) und
-
Uromastyx
alfredschmidti WILLMS
& BÖHME 2001
aus den zentralsaharischen Mittelgebirgen.
Man nimmt an, dass diese nah
verwandten Arten anhand der gegebenen unterschiedlichen lokalen Bedingungen
im Rahmen der Besiedlung neuer Habitate ihre Bestimmungsunterschiede ausprägten.
Darüber hinaus werden in Deutschland die geschmückte Dornschwanzagame Uromastyx
ocellata LICHTENSTEIN
1823 und die bunte
Dornschwanzagame Uromastyx ornata HEYDEN 1827 gehalten.
Die Bodenbewohner leben meist in
selbst angelegten Wohnhöhlen und seltener auch Gesteinsspalten in Gebieten mit
hohen Temperaturen, wenig Niederschlag und karger Vegetation, wobei sie nicht
auf reinem Sand zu finden sind. Insoweit empfiehlt sich in der Terrarienhaltung als Bodensubstrat, 10cm bis
teilweise über 20 cm hoch aufgefüllt, ein grabfähiges Lehmsandgemisch mit recht
hohem Lehmanteil.
Bei Gefahr verkannten Uromastyx ihren Schwanz so in dem
Eingang ihrer Höhle oder Felsspalte, dass sie festgeklemmt sind und lediglich
ausgegraben, aber nicht heraus gezogen werden könnten.
Uromastyx ernähren sich omnivor,
wobei –je nach Art- adulte Tiere fast ausschließlich Pflanzliches verzehren,
neben frischem Grünfutter sind auch trockene Sämereien anzubieten.
Interessant
ist die besondere Bezahnung der Tiere, beim Heranwachsen wächst ein Knochen des
Kopfsskelettes nach unten und dient als Ersatz der oberen
Schneidezähne.
Neben der
nicht bei allen Arten einfachen Geschlechtsbestimmung, ist eine Problematik bei
der Zucht zu benennen, Dornschwanzagamen werden nicht nur relativ spät
geschlechtsreif (je nach Art 2-4 Jahre), sondern sind recht wählerisch bei der Auswahl
ihrer Partner. Hat man ein harmonisierendes Paar gefunden, ist es aufgrund der
erhöhten Aggressivität eines trächtigen Weibchens manchmal nötig, Mitbewohner
(insbesondere falls ein 2. Weibchen im Gehege ist) zeitweise anderweitig unter
zu bringen. |
Alles in allem ist zwar davon abzuraten, Tiere unbestimmter
Herkunft im Handel zu erwerben, bei guter Pflege, Einhaltung der
benötigten Haltungsparameter und ihnen angemessener Unterbringung
sind jedoch auch eingewöhnte afrikanische Agamen dankbare und vor allem
sehr
interessante Pfleglinge.
So bleibt uns Liebhabern dieser besonders interessanten Gattungen nicht
nur ein reger Informationsaustausch, sondern ebenso die Unterstützung
der herpetologischen Wissenschaftler durch fundierte Untersuchungen und
Berichterstattung zu wünschen. | ©2009 Gaby Lehmann & Peter
Fritz * TerraSauria-Team
mit Dank an Jürgen Frommer für die Bilder von Pseudotrapelus sinaitus |
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