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Agamen (Agamidae)

Innerhalb der Ordnung Schuppenkriechtiere Squamata  steht die Familie der Agamen (Agamidae) in der Überfamilie der Iguania. Man könnte trivial sagen, die Agamen sind das altweltliche Gegenstück zu den die 'Neue Welt' besiedelnden Leguanen (Iguanidae).

Die Familie der Agamen ist weiterhin aufgegliedert in zwei Unterfamilien, als da wären die Agaminae  mit derzeit 53 Gattungen sowie die Leiolepinae  bzw. Leiolepidinae mit den Gattungen der Schmetterlingsagamen (Leiolepis)  und der Dornschwanzagamen (Uromastyx).
Systematisch in die Nähe der Agamen gestellt ist die Familie der Chamäleons (Chamaeleonidae).

Pogona vitticeps Physignatus cocincinus Acanthocercus atricollis

Wie der Begriff altweltlich schon andeutet, erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Familie über Afrika, Europa, Asien, Australien und einige indoaustralische Inseln.
Wobei eine Ausnahme das afrikanische Madagaskar als Heimat der Madagaskarleguane mit den Gattungen Oplurus MERREM 1820  und Chalarodon PETERS 1854  bildet. Lediglich auf den Fidschiinseln treffen Vertreter der Agamen und Leguane aufeinander (Gonocephalus und Brachylophus).

Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes werden nahezu alle Lebensräume besiedelt, angefangen bei den heißen australischen Wüsten mit dem Dornteufel Moloch horridus bis hin zu asiatischen Regenwäldern, wie z. B. Wiegmanns Agame Otocryptis wiegmanni.

Die fast ausschließlich tagaktiven Echsen besiedeln hier nahezu alles sich bietende, so haben wir reine Bodenbewohner, aber auch Agamen, die sich fast ausschließlich auf Bäumen aufhalten, wie z. B. die wunderschöne Borneo-Schönechse Bronchocela christatella
Auch gibt es bei den Agamen einige echte Kulturfolger, wie unter anderen einige Schönechsen der Gattung Calotes, die in asiatische Städte mit ihren Parkanlagen und Vorgärten vordringen. Die Hardune der Art Laudakia stellio  besetzen gerne Legsteinmauern in der Nähe menschlicher Siedlungen.

Durch den großen Verbreitungsraum bedingt bieten Agamen eine erstaunliche Größen-, Formen- und Farbenvielfalt. Stellvertretend seien hier die recht kleinen, gedrungenen Biberschwanzagamen Xenagama taylori  sowie die stattlich großen Segelechsen der Gattung Hydrosaurus  angeführt. 
Viele der kleinen, besonders steppen- und wüstenbewohnenden Arten sind aus Gründen der Tarnung recht unscheinbar gefärbt, im Gegensatz dazu gibt es auch geradezu als bunt zu bezeichnende Vertreter wie die Sägerückenagame Calotes calotes

Agamen vermehren sich fast ausschließlich ovipar (eierlegend), lediglich einige Arten in der Gattung der Krötenkopfagamen Phrynocephalus  sollen sich eilebendgebärend (ovovivipar) reproduzieren. 

Xenagama taylori Laudakia stellio picea Tympanocryptis_tetraporophora

In den letzten Jahren haben immer mehr Agamen den Weg in unsere Terrarien gefunden und werden dort inzwischen erfolgreich gepflegt.
Die bekanntesten Vertreter sind bestimmt die Bartagamen der Gattung Pogona, allen voran die Streifenköpfige Bartagame Pogona vitticeps. Aber auch andere Vertreter aus eher trockenen Habitaten wie Tiere der Gattungen Laudakia, Trapelus, Agama  und in letzter Zeit Tympanocryptis werden erfolgreich gehalten und vermehrt. 

Allen diesen Arten ist jedoch ein enormes Licht- und Wärmebedürfnis gemein, der oft hohe Platzbedarf sollte nicht unterschätzt werden, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, derartige Tiere im heimischen Terrarium zu halten.
Aus den eher feuchteren Lebensräumen sind im Terrarium hauptsächlich die Wasseragamen der Gattung Physignatus  präsent, immer mehr Liebhaber bemühen sich um Gattungen wie z. B. die chinesischen Bergagamen Japalura  und Nackenstachler Acanthosaura.

Wer bereit ist, einen gewissen Aufwand zu betreiben und vor allem einiges an Zeit für Literaturstudium und Beobachtungen zu investieren, wird in der großen Vielfalt der Agamen bestimmt passende Tiere für sein Hobby finden.
Über einige Arten wird hier Genaueres zu Haltung und Vermehrung geschildert werden.

© 2008  Peter Fritz  TerraSauria-Team
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Literatur
Manthey, Ulrich: Agamen der Welt;
(Chimaira) Frankfurt/Main
2007
Draco 14:  Agamen
Draco 22:  Bartagamen
Draco 31: Dornschwanzagamen

Manthey, Ulrich: Teralog Agamen des südlichen Asiens 1.
(Chimaira) Frankfurt/Main April 2008
Henkel, F.W./Schmidt, W.: Agamen im Terrarium;  
(Landbuch-Verlag) Brunsbek 1997
Manthey, Ulrich: Teralog Agamen des südlichen Asiens 2.
Draconinae 2 - Leiolepidinae; (Chimaira) Frankfurt/Main April 2009
Manthey, Ulrich/Schuster, Norbert: Agamen,
(Hesselhaus und Schmidt Verlag) Münster 1999
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© 2010 TerraSauriaTeam
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